Einsturz eines Wohnhauses
Viele Opfer bei Baustellen-Unglück in Nordkorea

Beim Einsturz eines Hauses in Nordkorea sind womöglich Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Dass über das Unglück berichtet wird, ist ungewöhnlich. Normalerweise schweigt das kommunistische Regime über solche Vorfälle.
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Pjönjang/SeoulBeim Einsturz eines Hochhauses in Nordkorea sind womöglich mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen. Ein südkoreanischer Regierungsbeamter sagte am Sonntag, in dem 23-stöckigen Gebäude in Pjöngjang hätten vermutlich 92 Familien gewohnt. Nordkorea meldete den Zwischenfall, schwieg aber über die Opferzahl.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur berichtete, am Dienstag habe sich ein „schwerwiegender“ Unfall auf einer Baustelle in der Hauptstadt ereignet. Dabei habe es Verletzte gegeben. Über Tote wurde nicht berichtet. Der Unfall habe den nordkoreanischen Herrscher Kim Jong Un bestürzt, hieß es.

Häufig wohnen Menschen bereits vor Fertigstellung in einem Haus. Durchschnittlich hat eine nordkoreanische Familie vier Mitglieder - so kommen die Mutmaßungen über die Opferzahl zustande. Die tatsächliche Zahl der Bewohner blieb aber offen, ebenso, ob alle zum Zeitpunkt des Unglücks Zuhause waren.

Die streng kontrollierten nordkoreanischen Medien berichten nur selten über Vorfälle, die das kommunistische Regime in ein schlechtes Licht rücken könnten. Am Sonntag jedoch meldete die staatliche Nachrichtenagentur, der Bau eines Wohnhauses sei nicht ordentlich erfolgt, hieß es. Die Beamten hätten die Arbeiten auf verantwortungslose Weise überwacht und kontrolliert. Die Rettungsarbeiten seien am Samstag nach vier Tagen beendet worden.

Auf den Straßen von Pjöngjang zeigten sich Passanten am Sonntag wütend. „Dieser Unfall passierte, weil sie die Regeln und Methoden am Bau gebrochen haben“, sagte Hauptstadtbewohner Pak Chol der Nachrichtenagentur AP. „Nach diesem Unfall müssen wir sicherstellen, dass diese Art schreckliches Unglück nicht mehr vorkommen kann, indem wir uns an die Bauregeln halten.“ Ein anderer Passant, Hong Nam Hyok, sagte, alle in Pjöngjang trauerten mit den Familien um die Opfer.

Derzeit steht die südkoreanische Regierung bei den eigenen Bürgern wegen ihres Krisenmanagements beim Untergang der Fähre mit mehr als 300 Toten vor wenigen Wochen massiv unter Druck. Die nordkoreanischen Medien schlagen in dieselbe Kerbe und kritisieren Seoul scharf.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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