Eis und Schnee in Europa
Dritte Kältenacht ohne Strom

In dem vom Wintereinbruch betroffenen Gebieten des Münsterlandes sind nach Angaben des Versorgers RWE Energy rund 120 000 Menschen die dritte Nacht in Folge ohne Strom geblieben.

HB DÜSSELDORF/PARIS/LONDON/MADRID/DEN HAAG. „120.000 werden teilweise oder auch ganz unversorgt bleiben“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Sonntag. RWE Energy bedauere dies. Mitarbeiter des Konzerns seien weiter darum bemüht, Ortschaft für Ortschaft in der Region wieder ans Netz zu bringen.

Nach dem plötzlichen Wintereinbruch hatte sich die teils chaotische Lage mit Staus, gestrichenen Flügen und Stromausfällen am Sonntag leicht entspannt.

Die RWE Westfalen-Weser-Ems hatte bei mehr als 100 000 Einwohnern im Münsterland die Stromversorgung wieder sicher stellen können.

Ein Tief hatte am Freitag und am Wochenende für einen plötzlichen Wintereinbruch mit rund 30 Zentimetern Neuschnee und eine teils armdicke Eisschicht auf Stromleitungen gesorgt. In Kombination mit starkem Wind rissen vielerorts Leitungen. Auch Strommasten wurden beschädigt.

In Frankreich kam der Verkehr streckenweise völlig zum Erliegen, in Großbritannien verbrachten viele Autofahrer die Nacht zum Samstag in Notunterkünften, und in den Niederlanden mussten Zehntausende frierend ohne Elektrizität auskommen. Klirrende Kälte herrschte mit minus 22 Grad in der Schweiz. Kärnten in Österreich versank im Schnee. Frostige Temperaturen und Schneeverwehungen auch in Spanien und Portugal. In den meisten Ländern beruhigte sich die Wetterlage am Sonntag allmählich.

Heftige Schneefälle schnitten mehrere Dörfer auf der Iberischen Halbinsel von der Außenwelt ab. In der Gegend um Palencia im Norden Spaniens saßen rund 300 Menschen in ihren Häusern fest, mehrere Straßen mussten gesperrt werden. In der Nordhälfte Spaniens waren rund 70 Pässe geschlossen. In 10 der 17 Regionen des Landes galten wegen Schnee, Eisglätte, Hagel und stürmischen Winden Unwetterwarnungen. Die Meteorologen sprachen von einer für diese Jahreszeit unüblichen „Polarkälte“.

Der schwere Wintereinbruch hat Meteorologen zufolge Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht. Nach Berechnungen des Bonner Wetterdienstes donnerwetter.de liegen die mit den außergewöhnlichen Schneefällen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verbundenen Kosten bei rund 132 Millionen Euro.

Wie der Wetterdienst am Sonntag mitteilte, kamen am Freitag und Samstag über zwei Millionen Menschen mit Bahn oder Pkw zu spät oder gar nicht zu ihren Zielorten. Bei einer angenommenen Verspätung von im Durchschnitt fünf Stunden und einer Bewertung des Verlustes einer Stunde Freizeit mit etwa 10 Euro ergäben sich alleine dadurch Kosten von 100 Mill. Euro. Dazu kämen Produktionsausfälle, der Ausfall der Stromversorgung, Schäden an Bahnleitungen, Strommasten, Straßen, Wäldern und durch Unfälle sowie die Kosten des Einsatzes von Polizei, Feuerwehr und Winterdienst.

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