Eishallen-Einsturz
14. Todesopfer in Bad Reichenhall geborgen

Bei den Bergungsarbeiten in den Trümmern der Bad Reichenhaller Eishalle ist am Mittwoch eine weitere Leiche gefunden worden. Ob es sich um die vermisste Frau oder das vermisste Mädchen handelte, war zunächst unklar. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten auf 14.

HB BAD REICHENHALL. Polizeisprecher Fritz Braun sagte, am Mittag hätten die Helfer die Tote unter dem Schutt geborgen. Die Rettungskräfte hatten die Leiche geortet, vor der Bergung mussten jedoch Trümmerteile weggeräumt werden. Zwei Tage nach dem Unglück wird damit noch ein Mensch vermisst. Zuvor hatten die Helfer bereits zwei tote Jungen aus den Trümmern geholt.

Die wegen akuter Einsturzgefahr am Dienstagnachmittag unterbrochene Suche nach den Verschütteten war nach Angaben der Polizei um 3.45 Uhr wieder aufgenommen worden. Am Dienstagabend hatten drei Spezialbagger damit begonnen, die schweren abgeknickten Holz-Dachträger abzutragen und damit weiteren Zugang zu der mit Trümmern übersäten Eisfläche zu ermöglichen. Die Arbeiten wurden durch einen Defekt an einem der Bagger behindert. Nach Entfernung der ersten Teile konnten Rettungsteams mit Suchhunden auf die Eisfläche geschickt werden. Das Dach der Eishalle war am Montagnachmittag eingestürzt und hatte etwa 50 Menschen unter sich begraben. 34 Personen wurden verletzt gerettet.

Solange die Spezialbagger arbeiten, dürfen die Retter nicht auf die Eisfläche. Wenn ein Stück von schweren Trümmerteilen geräumt ist, tragen die Retter mit Schaufeln und zum Teil mit bloßen Händen systematisch Schutt weg, um sich zu den Verschütteten vorzuarbeiten. Am Morgen waren noch rund 70 Helfer bei anhaltenden Schneefall im Einsatz.

Zu möglichen Ursachen des Unglücks wollte Polizeidirektor Andrä nicht sagen: „Es wäre reine Spekulation, sich zu der Unfallursache zu äußern.“ Bereits kurz nach dem Einsturz wurde spekuliert, die Halle sei baufällig gewesen. Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier wies diesen Vorwurf am Mittwoch noch einmal zurück. Das Dach habe nicht als dringend sanierungsbedürftig gegolten, bekräftigte Heitmeier und fügte hinzu: „Das ist auch von Fachleuten so gestützt.“ Bei der geplanten Sanierung der Halle sei es nie um Sicherheitsaspekte, sondern „immer um die Technik“ gegangen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Ein Sprecher der Behörde in Traunstein sagte, mittlerweile seien auch Zeugen befragt und Unterlagen über die eingestürzte Halle sichergestellt worden. „Es ist aber noch nicht möglich, ein Bild daraus zu formen“, sagte er. Die Staatsanwaltschaft überprüft, ob es zu strafbaren Handlungen gekommen ist, die zu dem Einsturz der Halle führten

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