Elbeflut
Bahnverkehr im Norden massiv beeinträchtigt

Während das Hochwasser der Stadt Magdeburg eine kurze Atempause gönnt, stürzen die Fluten der Elbe den Bahnverkehr ins Chaos. Gerade Zugverbindungen nach Berlin sind stark betroffen. Die Bahn zeigt Kulanz.
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MagdeburgNach dem Bruch eines Elbdeiches in Fischbeck (Sachsen-Anhalt) hat sich die Hochwasserlage für Norddeutschland am Montagmorgen verschärft. Besonders betroffen ist der Fernbahnverkehr der Bahn. Gegen 3.00 Uhr sperrten die Behörden die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten nahe Stendal. Damit sind die ICE-Hauptverbindungen von Frankfurt/Main nach Berlin und von Hannover nach Berlin unterbrochen. Die Züge fallen aus oder werden umgeleitet. Die Bahn spricht von stundenlangen Verspätungen. Die Dauer der Brückensperrung sei noch nicht absehbar und hänge von der Hochwasserlage ab.

Von der Eisenbahnbrücken-Sperrung betroffen sind die ICE-Strecke Berlin-Hannover-Köln, die ICE-Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main und die IC-Strecke Berlin-Amsterdam. Die Züge der Strecke Berlin-Hannover-Köln werden über Wittenberge, Stendal und Wolfsburg umgeleitet. Die Züge der Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main fahren über Dessau, Halle (Saale) und Gerstungen. Im Regionalverkehr entfallen alle Verbindungen zwischen Rathenow und Stendal. Aufgrund des Hochwassers gibt es keinen Busnotverkehr. Im Bereich um Fischbeck sind Abschnitte der Bundesstraßen 107 und 188 gesperrt.

Vor allem auf den Strecken von Hannover und Frankfurt/Main nach Berlin mussten sich Bahnreisende auf erhebliche Beeinträchtigungen und Zugausfälle einstellen. Die Bahn sprach von Verspätungen zwischen einer und drei Stunden. Sie richtete großräumige Umleitungen ein. Die Bahn kündigte wegen der Störungen Kulanzregelegungen für Reisende an, die bis zum 23. Juni gelten. Die Ticketkosten für Fahrten in die Hochwassergebiete sollen erstattet werden.

Der Deich in Fischbeck war gegen Mitternacht auf einer Länge von rund 50 Metern gebrochen. Mehr als 1000 Menschen in nahen Ortschaften wurden aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Helfer haben in den frühen Morgenstunden mit dem Bau eines Notdeichs auf 3,5 Kilometer Länge begonnen. Er soll am Montagmittag fertiggestellt sein, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Rund 300 Feuerwehrleute unterstützten die Bautrupps. Großflächige Überflutungen sind aber weiter möglich.

Auch im nördlicher gelegenen Hohengöhren (Landkreis Stendal) ist die Lage an der Elbe kritisch. Nach einer Deichabrutschung auf 30 Metern Länge wird derzeit versucht, einen Deichbruch abzuwenden.

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