Elisabeth Käsemann
Ein Mord im Schatten einer WM?

Eine junge Deutsche wird im Jahr 1977 in Argentinien ermordet. Trotz Verantwortlicher sind die genauen Umstände bis heute ungeklärt. Die ARD widmet dem Fall Elisabeth Käsemann jetzt eine eigene Dokumentation.
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Tübingen/Buenos AiresVergewaltigt, verschleppt, gefoltert und getötet – das ist das schreckliche Schicksal der jungen deutschen Studentin Elisabeth Käsemann. Sie wird am 25. Mai 1977 von der argentinischen Militärdiktatur unter dem Präsidenten General Jorge Rafael Videla ermordet. Die ARD zeigt die Dokumentation „Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“ an diesem Donnerstag (22.45 Uhr). Dass sich an diesem Tag ein Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Argentinien ebenfalls zum 35. Mal jährt, ist kein Zufall.

Kurz vor der Weltmeisterschaft 1978 flogen die Nationalspieler um Berti Vogts und Karl-Heinz Rummenigge nach Buenos Aires, um sich mit dem lateinamerikanischen Team zu messen. Die Spieler wussten, anders als der DFB selbst, nichts vom Fall der jungen Frau – die bereits seit zehn Tagen tot war. Man hatte es ihnen einfach nicht gesagt. Die Partie sollte unter allen Umständen stattfinden.

Zuvor hatte Elisabeth Käsemann rund zehn Jahre in Argentinien gelebt und studiert, wollte in den Slums helfen. Nach dem Militärputsch 1976 schloss sie sich einem Netzwerk an, das vom Regime Verfolgte mit gefälschten Papieren außer Landes brachte. Zwischen 1976 und 1983 wurden in Argentinien mehr als 30 000 Menschen – Gegner des Regimes oder Menschen, die als solche eingeschätzt wurden – umgebracht.

Viele dieser Menschen wurden über dem Meer aus Hubschraubern und Flugzeugen geworfen. Andere kamen in Gefangenenlager, wurden gefoltert und oft auch getötet. Eine von ihnen war Elisabeth Käsemann, die wie viele andere Ausländer festgenommen wurde. Die Botschaften und Konsulate anderer Länder, wie zum Beispiel Frankreich oder England, bemühten sich um ihre Staatsbürger – oft mit Erfolg. Im Fall der letztlich durch vier Schüsse in den Rücken getöteten Studentin, was eine spätere Obduktion in Deutschland ergab, war Deutschland nicht aktiv geworden. Obwohl sich die Familie mehrmals und eindringlich an die entsprechenden Stellen wandte.

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