Eltern geben Hoffnung auf Wunder auf
Letzte Kommunion für Schiavo

Die sterbende Koma-Patientin Terri Schiavo hat gegen den anfänglichen Widerstand ihres Ehemanns am Ostersonntag noch einmal die heilige Kommunion erhalten.

HB WASHINGTON. Ein pensionierter katholischer Pastor und Freund der Familie benetzte die Zunge der 41-Jährigen mit Messwein. Die letzte Ölung hatte die schwer hirngeschädigte Frau bereits am 18. März erhalten, als Ärzte die Magensonde, die sie seit 15 Jahren am Leben hält, auf Antrag des Ehemanns und gegen den erbitterten Widerstand der Eltern entfernt hatten. Zu den Sterbesakramenten gehören Beichte, Ölung und Kommunion. Die Eltern, Bob und Mary Schindler, gaben den juristischen Kampf um das Leben ihrer Tochter und die Hoffnung auf ein Wunder am Wochenende praktisch auf. Nach tagelangen öffentlichen Appellen zogen sie sich resigniert zurück und bereiteten sich auf die letzten Stunden ihrer Tochter vor.

Pater Paul O'Donnell appellierte noch einmal an den Gouverneur von Florida einzuschreiten, und die religiöse Rechte kündigte für Montag einen Marsch auf das Weiße Haus in Washington an. Doch haben die Bush-Brüder - der Präsident und der Gouverneur - mehrfach versichert, sie hätten alles in ihrer Macht stehende getan, um Schiavo am Leben zu halten.

Die einst strahlende junge Frau, die seit einem Herzstillstand 1990 ohne Bewusstsein in einem Wachkoma liegt, begann am Montag ihren elften Tag ohne Nahrungsmittel- und Flüssigkeitszufuhr. Während der Anwalt des Ehemanns, Michael Felos, Schiavo nach einem Besuch am Krankenbett am Samstag als friedlich ruhend und wunderschön beschrieb, verglich die Familie ihren Zustand mit dem eines Opfers im Vernichtungslager. Die Kranke wurde nach ihren Angaben zudem mit Morphium versorgt, obwohl Ärzte betonen, dass Wachkoma-Patienten in Schiavos Zustand kein Schmerzempfinden haben.

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