Elternführerschein
Erziehung will gelernt sein

Die Vorfälle an der Rütli-Hauptschule hat die Diskussionen um die fehlende oder falsche Erziehung der Kinder wieder neu entfacht. So spricht sich jeder zweite Bundesbürger für verpflichtende Erziehungskurse für werdende Eltern im Sinne eines „Elternführerscheins“aus.

HB HAMBURG. Rund 46 Prozent der Deutschen sprechen sich dafür aus, dass Paare, die ein Kind erwarten, verpflichtet werden sollten, an einem Erziehungskurs teilzunehmen. Bei Frauen (48 Prozent) ist die Zustimmung noch größer als bei Männern (44 Prozent). 34 Prozent der Befragten sind gegen eine solche Maßnahme. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für das Magazin „Geo Wisen“. Der Rest der Befragten zeigte sich unentschieden oder machte keine Angabe.

Zustimmung findet ein Elternführerschein auch bei dem Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann von der Universität Bielefeld: „Es gibt eine Vielzahl regelrecht verwahrloster Familien. Deren Probleme kriegen wir nicht mehr allein durch Freiwilligkeit in den Griff“, sagte er in einem Interview des Magazins. Hurrelmann spricht sich dafür aus, die Auszahlung des Kindergeldes an den Besuch von Elternkursen zu koppeln: „Nehmen die Eltern nicht teil, wird es gekürzt. Das klingt rigide, aber der Staat überweist den Familien Geld aus Steuermitteln und darf schon fragen, ob es gezielt zum Wohle der Kinder eingesetzt wird.“

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