Emnid-Studie
Deutsche sind „Pessimismus-Weltmeister“

Die Bundesbürger sind nach einer Emnid-Studie mit ihren Zukunftserwartungen die „Pessimismus-Spitzenreiter“ im internationalen Vergleich.

HB BERLIN. Vor allem die älteren Deutschen schätzten ihre soziale Absicherung, die künftige wirtschaftliche Situation und die Gesundheitsversorgung „negativ und deutlich unzureichend“ ein. Dies ist das Ergebnis der Emnid-Studie „Angst vor Altersarmut - Deutschlands Sozialsysteme vor dem Aus?“, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. In die Umfrage einbezogen wurden auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen.

Die heute über 50-jährigen Deutschen erwarten für ihren Lebensabend massive Verschlechterungen, sagte Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner. Sehr skeptisch werde die künftige soziale Lage beurteilt. „Besonders schlecht“ sehen die Befragten die künftige Gesundheitsversorgung, ebenso die staatliche Absicherung im Pflegefall. Schöppner warb für einen Mentalitätswechsel: Ältere müssten länger im Erwerbsleben gehalten werden, um sich nicht länger als „Ballast“ zu empfinden.

Der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (Bonn), nannte den Zukunftspessimismus der Deutschen eine Reaktion auf die Erkenntnis, „dass eine goldene Epoche zu Ende gegangen ist“. Zwar werde in Deutschland „niemand unter der Brücke verhungern“: Der Staat könne aber das „einstmals gegebene Versprechen“ nicht länger halten, den individuellen Lebensstandard im Rahmen der gesetzlichen Alters-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu gewährleisten.

Miegel bekräftigte seine Forderung, die sozialen Sicherungssysteme auf eine Grundsicherung zurückzuführen und zusätzlich privat vorzusorgen. Der Sozialstaat habe sich „verausgabt“. Laut Studie gibt es in der Bevölkerung gleichwohl eine „positive Grundstimmung“, was die persönlichen Altersperspektiven - etwa die finanzielle Absicherung - angeht.

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