Ende der fünften Jahreszeit: Krawalliger Karneval im Rheinland

Ende der fünften Jahreszeit
Krawalliger Karneval im Rheinland

Beim Karneval in den rheinischen Hochburgen ging es brutaler zu als im Vorjahr. Sowohl in Köln als auch in Düsseldorf registrierten die Polizisten mehr Fälle von Körperverletzungen als im vergangenen Jahr.

HB DÜSSELDORF/KÖLN. So registrierte die Düsseldorfer Polizei von Weiberfastnacht am Donnerstag bis zum Veilchendienstag 195 Körperverletzungen - im Vorjahr waren es nur 112. „Bei der Gewaltbereitschaft hat sich schon etwas verändert. Früher wäre es in vielen Fällen bei Wortgefechten geblieben“, sagte ein Polizeisprecher.

In Köln lag die Zahl der Körperverletzungen während der Karnevalstage sogar bei 347. „Wir haben eine erheblich gestiegene Zahl der Körperverletzungsdelikte“, sagte eine Polizeisprecherin, ohne konkrete Zahlen zu nennen. „Die Gewaltbereitschaft steigt.“ Der schlimmste Tag in Köln war Weiberfastnacht, als ein Familienvater von Schlägern lebensgefährlich verletzt wurde. Am Rosenmontag fielen der Polizei mehrere Überfälle in der Altstadt auf, bei denen die Opfer aus einer Gruppe heraus angesprochen und dann ohne Vorwarnung geschlagen wurden. Zum Kölner Rosenmontagszug kamen dieses Jahr 1,2 bis 1,4 Mill. Zuschauer, mehr als im letzten Jahr.

Mit dem Mönchengladbacher Veilchendienstagszug ging am Dienstag der Straßenkarneval im Rheinland zu Ende. Auch in Karlsruhe und im Frankfurter Stadtteil Heddernheim standen noch Umzüge auf dem Programm. In München ließen die Marktfrauen mit ihrem traditionellen Tanz auf dem Viktualienmarkt den Fasching in Bayern ausklingen.

Die Bundespolizei nahm am späten Rosenmontag in Düsseldorf einen sturzbetrunkenen Karnevalisten und seinen zwei Jahre alten Sohn in Gewahrsam. Der 52-Jährige war mit dem Kleinkind auf dem Arm und 2,2 Promille Alkohol im Blut durch den Hauptbahnhof getorkelt. Insgesamt waren in Düsseldorf mehr als 600 Erwachsene und Jugendliche so betrunken, dass sie in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Über 450 Ärzte, Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Der Düsseldorfer Rosenmontagszug mit fast einer Million Zuschauer wurde von über 700 Polizisten begleitet.

In Dortmund trübten drei brutale Überfälle auf der Straße die Rosenmontagsbilanz. An einer belebten Straßenbahnhaltestelle in der Innenstadt wurde am Montagabend ein 17-Jähriger von sechs Jugendlichen zu Boden gestoßen und getreten, ohne dass ein Passant einschritt oder Hilfe holte. Ebenfalls in der Innenstadt beleidigten am frühen Dienstagmorgen zwei Betrunkene einen 34-jährigen Schwarzafrikaner mit ausländerfeindlichen Sprüchen, bevor sie auf ihn einschlugen. In einem Vorort schlugen und traten zwei Jugendliche einen 16-Jährigen und raubten ihn aus. Die Rosenmontagszüge im Ruhrgebiet verliefen nach Einschätzung der Polizei jedoch weitgehend friedlich.

Die Jecken in Köln und Düsseldorf hinterließen während der tollen Tage bergeweise Müll. In Köln wurden seit Weiberfastnacht 1358,5 Kubikmeter Unrat beseitigt, in Düsseldorf rund 1000 Kubikmeter.

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