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Ende eines Modells: Wasserverbrauch der Golfplätze ärgert viele Spanier

Erbarmungslos brennt in Spanien derzeit die Sonne vom Himmel: Brunnen und Quellen sind versiegt, die Wasserpegel in den Stauseen haben Tiefstwerte erreicht, Gräser und Büsche sind verdorrt, in den Wäldern herrscht akute Brandgefahr.

Spaniens Golfplätze strahlen weiter in einem saftigen Grün. Foto: dpa
Spaniens Golfplätze strahlen weiter in einem saftigen Grün. Foto: dpa

HB MADRID. Weite Teile der Iberischen Halbinsel leiden unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. In Murcia im Südosten Spaniens, einer der trockensten Gegenden Europas, hebt sich ein sattes Grün von der wüstenähnlichen Umgebung ab. Eine Mauer aus künstlichen Felsblöcken trennt die Oase von ausgetrockneten Feldern.

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Auf der einen Seite nichts als Staub und Sand. Auf der anderen Seite der Mauer liegt ein Golfplatz der Luxusklasse. Dort scheint es Wasser im Überfluss zu geben. In der Mitte der Anlage wurde sogar ein künstlicher See geschaffen. Einheimische bezeichnen die Mauer, die die zwei Welten trennt, als „Schandmauer“. „Spanien ist dabei zu verdursten, nur ein Fitzelchen des Landes scheint nicht betroffen - die Fläche der Golfplätze“, empört sich die Zeitung „El Mundo“.

Die Zahl der Golfplätze hat sich in Spanien in fünf Jahren mehr als verdoppelt. Im ganzen Land gibt es 276 Anlagen, weitere 150 sind geplant. Viele von ihnen sollen wohlhabende Touristen anlocken. Denn die 800 000 Golftouristen bringen mehr Geld ins Land als die Pauschalurlauber, die sich an der Strand legen.

Mit der Dürre zeigt sich nun, dass das spanische Wachstumsmodell eine Kehrseite hat. Für einen Golfplatz wird laut „El Mundo“ pro Jahr eine Wassermenge von 370 olympischen Schwimmbecken benötigt. Offiziell werden viele Golfplätze mit Brauchwasser gesprengt. In der Wirklichkeit nimmt man jedoch in den meisten Fällen Wasser aus Flüssen, aus denen auch das Trinkwasser gewonnen wird.

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