Einer englischen Studie zufolge schreiben immer weniger Menschen mit der Hand. Stirbt die Handschrift aus? Es wäre ein gewaltiger Rückschritt und der Verlust einer Kulturtechnik, meint Graphologe Helmut Ploog.

Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Daß die klassische Schreibschrift immer weniger Verwendung im Alltag findet, hat auch einen Grund in der Schrift selbst. Denn unsere von Abkürzungen und Zeichenkombinationen geprägte Umwelt läßt sich mit einer für die Abbildung des gesprochenen Worts intendierten Schrift nun mal nicht so gut verwenden wie selbst handgeschriebene Druckbuchstaben. Cut and Paste kleiner Zeichenketten anstelle einer Abschrift tun ihr übriges. Denn zum Abschreiben müßte man ja ein Gedächtnis bemühen...

    Dabei spielt der Zeitgewinn IMHO gar keine so große Rolle. Wer's nachvollziehen will, schreibe einfach mal spaßeshalber das Captcha unter dem Kommentarfeld erst mit Kuli auf ein Blatt Papier und danach genauso flüssig als Notiz mit dem Eingabestift ins eBook oder auf den Tablet. Mit großer Wahrscheinlichkeit gewinnt der Kuli das Rennen, weil die digitale Variante des Papiers viel zu träge reagiert.

    Seit ich als Supporter das erste Mal mit Kladde und Kuli einen ganzen Arbeitstag lang im Dauerlauf unter Anwendern verbracht habe, suche ich nach einer schnelleren Lösung als Stift und Papier. Bis dato vergeblich. Statt dessen hat sich mit den Jahren eine ganz andere Lösung der Zeitnot ergeben: Eine Art Piktogrammsatz , der kontextbezogen das Problem erfaßt und den Lösungsweg dokumentiert.

    Die geschriebene Schrift wird sich also vermutlich nur weiterentwickeln. Wie dereinst der Gänsekiel zur beweglichen Letter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%