Entführer meldet sich bei Ex-Geisel
Anruf aus der Sahara

Bei einer österreichischen Geisel hat sich ein halbes Jahr nach der gewaltsamen Befreiung von 17 europäischen Geiseln aus der Hand islamischer Islamisten ein Entführer telefonisch gemeldet. „Er hat sich erkundigt, wie es uns geht“, berichtete das Salzburger Entführungsopfer Ingo Bleckmann am Freitag im Österreichischen Rundfunk (ORF) über das 20-minütige Gespräch.

HB SALZBURG. „Um 6Uhr früh hat das Telefon geklingelt und er war dann zufrieden, als ich ihm erzählt habe, dass es allen ehemaligen Geiseln gut gehe“, sagte der 60-Jährige.

„Wir haben in dieser Zeit damals doch eine sehr gute persönliche Beziehung aufbauen können“, erklärte der frühere Industrielle über seine zweimonatige Gefangenschaft in der Wüste, die Mitte Mai vom algerischen Militär beendet worden war. Es habe sich wirklich gefreut, dass der Entführer angerufen hat.

Bleckmann sagte, der Entführer habe sich erneut entschuldigt. „Ihm ist klar, dass es ein Terrorakt gegen Unbeteiligte war“. Der Anrufer habe sich als Anführer der Geiselnehmer bezeichnet und sich auch über Einzelheiten der Befreiung geäußert, berichtete der Salzburger weiter. Entgegen der ursprünglichen Angaben seien nicht neun, sondern nur zwei seiner Männer bei dem Zugriff des Militärs ums Leben gekommen.

In der ersten befreiten Touristengruppe hatten sich zehn Österreicher, sechs Deutsche und ein Schwede befunden. Die zweite Gruppe von 14 entführten Urlaubern war nach sechsmonatigen Verhandlungen im August frei gekommen. Sie stammten aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Eine Deutsche war an den Strapazen in der Wüste gestorben.

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