Entlassung der Verteidiger
Zschäpe bekommt Fristverlängerung bis Freitag

Der Termin für die Entscheidung über die Verteidigerentlassung durch die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe ist wieder völlig offen. Die Frist für eine schriftliche Begründung der Entlassung wurde verlängert.
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MünchenDie mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat mehr Zeit bekommen, um ihren Antrag auf Entlassung ihrer drei Pflichtverteidiger schriftlich zu begründen. Wie das Oberlandesgericht München am Donnerstag mitteilte, verlängerte der Vorsitzende Richter des NSU-Prozesses die zunächst bis Donnerstag, 14 Uhr, gesetzte Frist bis zum Ablauf des Freitags. Zschäpe habe um diese Verlängerung gebeten. Wann das Gericht über den Antrag entscheiden werde, sei noch nicht absehbar.

Zschäpe hatte am Mittwoch am 128. Verhandlungstag des NSU-Prozesses mit dem Wunsch nach einer Entlassung ihrer drei Pflichtverteidiger für einen Paukenschlag gesorgt. Sie ließ dem Richter über einen Polizisten mitteilen, dass sie ihren Verteidigern nicht mehr vertraue. Einen offensichtlichen Grund für den Antrag gab es nicht. Mehrere Prozessbeteiligte vermuteten, dass Zschäpe - anders als von ihren Verteidigern angeraten - nicht mehr zu den Vorwürfen gegen sich schweigen wolle.

Zschäpe soll mit den 2011 durch Suizid ums Leben gekommenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die rechtsextreme Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gebildet haben. Dieser werden unter anderem zehn Morde und zwei Bombenanschläge angelastet, das Tatmotiv soll Ausländerhass gewesen sein.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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