Entscheidung nun beim Bundesgericht
Bush-Gesetz soll Leben von Komapatienten verlängern

„Unsere Gesellschaft, unsere Gesetze und unsere Gerichte sollten im Zweifel für das Leben sein“, sagte US-Präsident George W. Bush am Montag in einer Erklärung, nachdem er ein Gesetz unterzeichnet hatte, das das Dasein der künstlich am Leben gehaltenen US-Amerikanerin Terri Schiavo verlängern soll.

HB WASHINGTON. Dem Gesetz zufolge kann nun ein Bundesgericht darüber entscheiden, ob es gegen die Verfassungsrechte der 41-jährigen Koma-Patientin aus Florida verstößt, die künstliche Ernährung zu beenden und Medikamente abzusetzen. Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses waren am Sonntag eigens zu einer Sondersitzung zu dieser Frage zusammen gekommen. Bush kehrte vorzeitig von seiner Ranch in Texas nach Washington zurück, um das gebilligte Gesetz umgehend zu unterzeichnen.

Die Sondersitzung war beantragt worden, nachdem Mediziner im Woodside Hospiz in Pinellas Park in Florida eine Magensonde entfernt hatten, über die Terri Schiavo bislang künstlich ernährt worden war. Experten zufolge dürfte sie innerhalb von 14 Tagen sterben, sollte die Entscheidung zum Absetzen der künstlichen Ernährung nicht revidiert werden.

Schiavos Ehemann Michael hatte sich gegen lebensverlängernde Maßnahmen eingesetzt und argumentiert, seine Frau hätte nicht gewollt, in ihrem Zustand auf Dauer künstlich am Leben erhalten zu werden. Die Patientin war im Alter von 26 Jahren nach einem Herzinfarkt ins Koma gefallen und hatte keine schriftliche Erklärung über gewollte Sterbehilfe hinterlassen. Die Eltern Schiavos setzten jedoch alle Hebel in Bewegung, um ihre Tochter am Leben zu erhalten. Zuletzt appellierte Schiavos Mutter direkt an Bush, ihre Tochter nicht sterben zu lassen.

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