Entwarnung in den Niederlanden
Vogelgrippe greift vermutlich auf Frankreich über

Die Vogelgrippe ist möglicherweise über Deutschland hinaus weiter in den Westen Europas vorgerückt. Frankreich gab am Freitag Verdachtsfälle bekannt, bei denen erste Tests auf die gefährliche Variante H5N1 hindeuteten. Auch in anderen Staaten griff die Tierseuche um sich.

HB PARIS. Im Irak wurde ein zweiter Todesfall bekannt, in Ägypten wurde erstmals das H5N1-Virus nachgewiesen. In Ungarn gingen die Behörden davon aus, dass es sich bei den bereits bestätigten Vogelgrippe-Fälle wohl um H5N1 handelte. Griechenland schickte Proben von verdächtigen Schwänen ein. Die Schweiz und die Niederlande gaben dagegen Entwarnung.

Die Vogelgrippe bereitet sich von Asien kommenden nach Westen aus. In Deutschland sind offiziellen Angaben zufolge bislang 13 Schwäne auf Rügen an dem Erreger H5N1 gestorben. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer rechnete jedoch mit weiteren Fällen. Weltweit sind in den vergangenen Jahren mehr als 90 Menschen an der Krankheit gestorben. Experten befürchten eine weltweite Epidemie mit Millionen Toten, sollte das Virus sich so verändern, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Die Behörden in Frankreich erklärten, tote Enten seien im nördlichen Departement Somme nahe einem Vogelpark gefunden worden. Ob die Tiere mit H5N1 infiziert waren, blieb zunächst unklar. Das Landwirtschaftsministerium teilte später mit, bei ersten Tests sei das Virus der Unterart H5 zugeordnet worden. Es gebe zudem eine „starke Ähnlichkeit“ mit dem H5N1-Typ. Zuvor hatte das Ministerium Entwarnung in einem weiteren Verdachtsfall gegeben. Ein Schwan, der auf einer Autobahn südlich von Lyon gefunden worden war, sei nicht an der Vogelgrippe gestorben.

Griechenland schickte Proben verdächtiger Schwäne in das Referenzlabor der Europäischen Union (EU) im britischen Weybridge. Auch die ungarischen Behörden erklärten, Schwäne würden dort auf H5N1 untersucht. Um die betroffenen Dörfer sei eine Sicherheitszone eingerichtet worden. Auf zwei Bauernhöfen wurde Medienberichten zufolge das vorsorgliche Schlachten von Geflügel angeordnet. Auch Griechenland hat Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, nachdem fünf Fälle von Vogelgrippe bei Zugvögeln bestätigt worden waren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf gab bekannt, dass die Todesursache bei einem im vergangenen Monat gestorbenen Iraker eine Infektion mit H5N1 gewesen sei. Der Mann habe sich um ein krankes Mädchen gekümmert, das auch gestorben sei. Der 39-Jährige sei jedoch zudem auch krankem Geflügel ausgesetzt gewesen. In 14 weiteren Fällen seien die Untersuchungen negativ ausgefallen. Die WHO war auch an den Untersuchungen in Ägypten beteiligt, bei denen der Regierung zufolge kranke Hühner unter anderem in Kairo gefunden wurden. Menschen sind nach ersten Untersuchungen nicht erkrankt.

Die Schweiz teilte mit, Tests an zehn verendeten Vögeln seien negativ verlaufen. Das Land ist damit anders als Nachbarstaaten nach offiziellen Angaben bislang frei von der Vogelgrippe. Auch die Niederlande gaben Entwarnung bei zwei Schwänen.

In Deutschland muss Geflügel seit Freitag im in den Stall gesperrt werden. Das sich ausbreitende Virus, das am Dienstag erstmals entdeckt worden war, beschäftigte erneut den nationalen Krisenstab zur Tierseuchenbekämpfung in Berlin.

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