„Episode III“ in den Kinos
"Star Wars"-Geldmaschine läuft auf vollen Touren

Die Fans sind entzückt, Kinos und Einzelhändler bereiten eine Großoffensive vor, nur einer ist erleichtert. George Lucas (61), der Schöpfer der „Star Wars“-Filmsaga, die ihn zum Milliardär machte, hat genug. Die sechste und letzte Folge der Serie, „Die Rache der Sith“, die am 19. Mai offiziell anläuft, wird definitiv die letzte sein, sagte er dem amerikanischem TV-Magazin „60 Minutes“.

PORTLAND. Die letzte Episode handelt davon, wie aus dem Jedi-Ritter Anakin Skywalker der galaktische Bösewicht Darth Vader wird. Sie wurde für 115 Mill. Dollar aus der Tasche von Lucas überwiegend in Australien gedreht. „Der Film ist dunkler, emotionaler, tragischer als die anderen“, fasst Lucas zusammen, und „vielen wird er nicht gefallen“. Diese Sorge dürfte nach den umjubelten Premieren in Cannes, London und am Dienstagabend in Berlin geringer geworden sein. Mit Szenenapplaus und langem Beifall wurden Lucas und die Schauspieler Hayden Christensen, Natalie Portman und Christopher Lee im Kino am Potsdamer Platz gefeiert. Wie erwartet, füllt Lucas die Leinwand erneut mit minutenlangen Lichtschwert-Duellen, Schlachtengetümmel und Raumkreuzer-Schlachten. Von den drei ersten Teilen, so das einhellige Urteil vieler Premierengäste, sei „Die Rache der Sith“ eindeutig der Beste.

Ob die letzte Episode fast 30 Jahre nach dem ersten „Star Wars“-Film 1977 ein ähnlicher Kassenschlager wird, kann Lucas allerdings gleichgültig sein. Seine „Star Wars“-Idee war in den 70er-Jahren Neuland, die Filmstudios waren risikoscheu. Als Kompensation dafür, dass er finanziell kurz gehalten wurde, überließ ihm seinerzeit 20th Century Fox alle Rechte an dem „Star Wars“-Markennamen und an den Figuren. Der Film wurde ein Kulturphänomen und ein spektakulärer finanzieller Erfolg. Lucas drehte in den folgenden Jahren zwei weitere Episoden, und allein der Debüt-Film spielte an den US-Kinokassen fast eine halbe Milliarde Dollar ein. Weltweit brachten die bislang fünf „Star Wars“-Streifen Kinoeinnahmen von über 3,5 Mrd. Dollar. Aber erst das Geschäft mit Lizenzen für tausenderlei Artikel, von T-Shirts über Spielzeuge bis zu Darth-Vader-Masken machte ihn zu einem der reichsten Männer Hollywoods. Die „Los Angeles Times“ schätzt die Erlöse aus dem Verkauf von „Star Wars“-Artikeln auf rund neun Milliarden Dollar. Eine originale Luke-Skywalker-Spielzeugfigur, die neu nur 1,99 Dollar kostete, hat heute einen Sammlerwert von etwa 300 Dollar, und das Internet-Auktionshaus Ebay listet mehr als 40 000 Star-Wars-Artikel.

Lucas nutzte seinen Reichtum, um seine Ideen für Ton- und Bildeffekte weiterzuentwickeln. Seine Skywalker Ranch enthält das Modernste, was die digitale Technologie zu bieten hat, sein THX-Tonsystem ist der Goldstandard für Filmsound. Ohne die Pionierleistungen seiner Kreationen Lucasfilm, Skywalker Ranch und Industrial Light & Magic wären Filme wie „Jurassic Park“ oder „Der Herr der Ringe“ nicht entstanden. Auch das erfolgreiche Trickfilmstudio Pixar Animation entstammt dem Lucas-Imperium.

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