„Er hatte ein eiskaltes Gesicht"
Tödlicher Amoklauf an kanadischer Schule

Ein schwarzgekleideter Mann ist am Mittwoch in eine Schule im kanadischen Montreal gestürmt und hat wild um sich geschossen. Dabei tötete der Schütze eine junge Frau und verletzte zudem mindestens 19 weitere Menschen, bevor er offenbar von der Polizei selbst erschossen wurde.

HB MONTREAL. Der unbekannte Täter verletzte nach Polizeiangaben eine 20-jährige Frau so schwer, dass sie kurz darauf starb. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

„Der erste Polizist am Tatort schoss in Richtung des Verdächtigen und der Verdächtige starb“, sagte der Polizeichef von Montreal, Yvan Delorme. Über den Hergang und das Ausmaß des Amoklaufs gab es zunächst widersprüchliche Angaben. So hatten Medien zuvor berichtet, es seien vier Menschen getötet worden. Die Polizei sprach anfangs auch von möglicherweise mehreren Attentätern. Ein Fernsehsender berichtete außerdem, ein Täter habe seine Waffe gegen sich selbst gerichtet und sich getötet. Ein Zweiter sei von der Polizei erschossen worden.

Während des Amoklaufs rannten Schüler in Panik aus dem Gebäude des Dawson-College, das von 10 000 Schüler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren besucht wird. Auf Fernsehbildern war eine Blutlache auf der Eingangstreppe zu sehen. Ein Lehrer sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe 20 Schüsse gehört. Die Schießerei hätte etwa 30 Minuten gedauert. „Das hätte eine sehr schlimme Situation sein können, wenn es nur fünf Minuten später passiert wäre - dann hätten die Schüler gerade ihre Klassenräume gewechselt.“

Ein Augenzeuge berichtete, wie der Mann ohne Vorwarnung das Feuer eröffnete. „Er hatte ein eiskaltes Gesicht. Da war nichts in seinem Gesicht. Er sagte nichts, er hat keine Parolen geschrien oder so. Er hat nur einfach angefangen zu schießen. Das war ein kaltblütiger Mörder“, sagte Schüler Soher Marous.

Eine junge Frau sagte, sie habe mit einer Freundin draußen gestanden und eine Zigarette geraucht. „Da kam ein Typ in einem schwarzen Trenchcoat und schwarzen Stiefeln, mit diesem bescheuerten Haarschnitt, und er hatte ein riesiges Maschinengewehr dabei.“ Der Augenzeugin zufolge war der Täter ein etwa 19-jähriger Weißer. „Er sah aus wie ein Klischee, mit dem langen schwarzen Trenchcoat und den Piercings und Nieten und all dem Zeug."

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