Erdbeben-Drama in Mexiko
Über 220 Tote und viele Schäden

Vor genau 32 Jahren kamen bei einem Erdbeben in Mexiko tausende Menschen ums Leben. Ausgerechnet am Jahrestag der Katastrophe bebt es nun wieder heftig. Es gibt dramatische Szenen bei der Suche nach Verschütteten.
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Mexiko-StadtBei einem heftigen Erdbeben der Stärke 7,1 sind in Mexiko mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen. In Mexiko-Stadt stürzten 40 Gebäude ein. In den Trümmern suchten Retter verzweifelt mit den Händen nach Verschütteten. Nach Angaben des Leiters des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, starben mindestens 226 Menschen. Allein in einer eingestürzten Grundschule wurden in Mexiko-Stadt 21 Kinder und vier Erwachsene getötet. Die Katastrophe ereignete sich just am Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom 19. September 1985.

„Dieses Erdbeben ist eine harte Probe und sehr schmerzhaft für unser Land, aber wir Mexikaner haben gelernt, dem mit dem Geist der Solidarität zu antworten“, sagte Staatspräsident Enrique Peña Nieto. Er rief eine dreitägige Staatstrauer aus. In der Millionenmetropole Mexiko-Stadt werden weitere Opfer in den Trümmern vermutet, rund 500 Gebäude erlitten schwere Schäden und sind zunächst nicht bewohnbar.

Neben der Hauptstadt waren besonders die Bundesstaaten Morelos und Puebla betroffen, das Zentrum lag rund 130 Kilometer Luftlinie südöstlich von Mexiko-Stadt bei Axochiapan. In Atzala im Bundesstaat Puebla stürzte während einer Taufe das Dach und die Kuppel einer Kirche ein, mindestens elf Menschen wurden hier getötet. Mindestens 700 Menschen wurden durch das Erdbeben verletzt, 400 davon schwer.

Da mehrere Krankenhäuser beschädigt wurden, mussten Verletzte teils unter freiem Himmel von Ärzten notdürftig versorgt werden. Nach Angaben des Energieunternehmens CFE waren 3,8 Millionen Menschen zeitweise ohne Strom, auch das Telefonnetz kollabierte in der Stadt.

Dramatisch war die Lage an der Grundschule „Enrique Rébsamen“ in Mexiko-Stadt. Dort war auch ein Kindergarten untergebracht. Bisher wurden 25 Leichen geborgen, zunächst war sogar von 37 Toten die Rede. Mindestens zwei Kinder und ein Erwachsener galten noch als vermisst, teilte Bildungsminister Aurelio Nuño mit. „Wir hören Stimmen, einige sind noch am Leben“, sagte Marine-Sprecher José Luis Vergara - auch die Marine beteiligte sich an der dramatischen Suche vor Ort.

Da viele Schulen beschädigt oder auf mögliche Schäden untersucht werden müssen, fällt für rund 14 Millionen Schüler vorerst der Unterricht aus. „Die Sicherheit der Kinder, Jugendlichen und Lehrer hat Priorität“, betonte Bildungsminister Aurelio Nuño.

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