Erdbeben in Ecuador
Opferzahl auf mehr als 400 Tote gestiegen

Helfer haben nach dem verheerenden Erdbeben in Ecuador mittlerweile 413 Tote geborgen. Mehr als 2500 Menschen sind verletzt worden. Der Präsident des Landes spricht von der schlimmsten Katastrophe seit 67 Jahren.

QuitoDie Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben in Ecuador ist auf mindestens 413 gestiegen. Dies teilte die Regierung am Montag (Ortszeit) in ihrem jüngsten Amtsblatt mit. Rund 2500 Menschen seien verletzt worden.

Das Beben der Stärke 7,8 vom Samstag hatte am Samstag eine Spur der Verwüstung entlang der Pazifikküste des Andenstaats zurückgelassen. Präsident Rafael Correa sprach von der schlimmsten Naturkatastrophe in Ecuador seit 1949.

Inzwischen liefen Hilfsbemühungen aus Deutschland und anderen Ländern an. Besonders betroffen war die Küstenstadt Pedernales, in der nach Angaben der Behörden zwischen 60 und 80 Prozent der Gebäude einstürzten.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Nach den Worten des Präsidenten handelt es sich um die schlimmste Katastrophe in Ecuador seit 67 Jahren.

In der besonders betroffenen Stadt Pedernales seien die Wasser- und Stromversorgung sowie die Telefonverbindungen größtenteils ausgefallen, berichtete die Nachrichtenagentur Andes. Auch die Städte Manta und Portoviejo sind schwer beschädigt worden.

Die Erdölraffinerie in Esmeraldas, 50 Kilometer nördlich von Pedernales, erlitt keine strukturellen Schäden, teilte Energieminister Rafael Poveda mit. Die Produktion sei aber vorläufig bis Abschluss einer gründlichen Untersuchung aller Anlagen eingestellt worden. Die Gas- und Erdölpipelines seien vom Beben nicht beschädigt worden. Ecuadors Wirtschaft ist stark vom Erdölexport abhängig.

Nach Angaben der Katastrophenschutzes gab es über 300 Nachbeben. Rund 10 000 Soldaten und 4000 Polizisten sind den Angaben zufolge bei Rettungsarbeiten im Einsatz. Die Regierung hat der betroffenen Provinz Manabí 47 Millionen Dollar (41 Mio. Euro) an Soforthilfe überwiesen. Die Europäische Union stellte eine Million Euro zur Verfügung.

Auch aus Deutschland lief die Hilfe an. Helfer des Organisationsbündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ reisten am Montag in das südamerikanische Land, wie das Bündnis mitteilte. Ziel sei zunächst, sich ein genaues Bild davon zu machen, was die Menschen am dringendsten benötigten. Weil viele Gebiete noch von der Außenwelt abgeschnitten seien, könne das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abgeschätzt werden. Auch die Johanniter haben nach eigenen Angaben über ihre Partnerorganisation ein Team in die Erdbebenregion geschickt. Das Deutsche Rote Kreuz hat ebenfalls Hilfe angeboten.

Mexiko, Chile, Kolumbien, Venezuela, Spanien und Kuba, unter anderen Ländern, haben Spezialisten in Bergungsarbeit und Hilfsgüter nach Ecuador entsandt.

Die mexikanische Regierung schickte 112 Rettungskräfte. Soldaten, Polizisten, Sanitäter, Hundeführer und Spezialisten des Zivilschutzes sollen bei den Bergungsarbeiten helfen. „Wir bleiben solange es nötig ist“, sagte der Chef der Bundespolizei, Enrique Galindo. Seit dem schweren Erdbeben von 1985 mit rund 10 000 Toten gelten die Mexikaner als Spezialisten in der Bergung von Erdbebenopfern.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach der Regierung des Landes und den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Ein Team der Vereinten Nationen sei auf dem Weg in das südamerikanische Land.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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