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Erdbeben in Haiti: Auch Chef der Uno-Mission getötet

Ein schweres Erdbeben hat in Haiti Schäden von bislang unbekannten Ausmaßen verursacht. Es wird mit hunderten oder sogar tausenden Opfern gerechnet, auch der Chef der Uno-Mission ist offenbar unter den Opfern. Augenzeugen berichten von chaotischen Zuständen. Viele große Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Port-au-Prince – darunter der Präsidentensitz und die Uno-Vertretung – seien zerstört.

HB SãO PAULO/PORT-AU-PRINCE. Der Chef der Uno-Mission in Haiti, der Tunesier Hedi Annabi, ist nach Informationen des französischen Außenministeriums vermutlich tot. „Das UN-Gebäude ist zusammengestürzt und es scheint, dass alle, die in dem Gebäude waren, tot sind, unter ihnen auch mein Freund Annabi, der Sondergesandte des Uno-Generalsekretärs, und alle, die bei ihm waren“, sagte Außenminister Bernard Kouchner am Mittwoch dem Sender RTL. Das Außenministerium konnte dieses Zitat zunächst nicht bestätigen. Der tunesische Diplomat ist seit September 2007 in Haiti im Einsatz. In dem Uno-Gebäude sollen sich nach Angaben Kouchners zahlreiche Franzosen aufgehalten haben.

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Selbst Stunden nach den verheerenden Erdstößen gab es noch keine Schätzung zum Ausmaß des Schadens, wie viel Tote und Verletzte unter den geschätzten rund 2,5 Millionen Einwohnern des Großraums Port-au-Prince zu beklagen sind. Die Opferzahlen gehen aber wohl in die Hunderte oder sogar Tausende.

Bauvorschriften beachtete in dem bitterarmen und seit Jahren politisch instabilen Land kaum jemand, nun stürzten die Häuser zu Tausenden in sich zusammen wie Kartenhäuser. Auch Krankenhäuser wurden zerstört, die deutsche Hilfsorganisation action medeor berichtet von zwei Kliniken, die allein im Vorort Petionville zerstört wurden. Nun werden rasch Verbandsmaterial, Medikamente und chirurgisches Besteck gepackt, um noch am Mittwochabend eine Ladung Hilfsgüter auf den Weg zu bringen.

Verstörte Menschen laufen staubbedeckt und um Hilfe rufend durch die Straßen, mit bloßen Händen versuchen Überlebende, Opfer unter den Trümmern hervorzuziehen - nach dem Erdbeben im Inselstaat Haiti bietet die Hauptstadt Port-au-Prince ein Bild des Grauens. Das Telefonnetz ist stellenweise zusammengebrochen, vielerorts gibt es keinen Strom, riesige Trümmerteile machen Straßen unpassierbar.

Auch die medizinische Versorgung, die schon vor dem Beben mehr als mangelhaft war, stand Berichten zufolge vor dem Kollaps. „Die Krankenhäuser sind mit all diesen Opfern überfordert“, sagte der Arzt Louis-Gerard Gilles der Nachrichtenagentur AP. „Wir müssen alle gemeinsam beten.“

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