Erdbeben in Nepal

Regierung befürchtet 10.000 Tote

Der Himalaya ist anfällig für Beben – und Kathmandu liegt genau auf einer Grenze von Erdplatten. Trotz der Gefahr war die Regierung Nepals kaum vorbereitet. Nun befürchtet sie, dass die Gesamtopferzahl auf 10.000 steigt.
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Frustration über Regierung Nepals wächst

KathmanduSeit dem verheerenden Erdbeben im Himalaya sind mehr als 5000 Leichen gefunden worden. Nepals Premierminister Sushil Koirala sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Gesamtopferzahl auf 10.000 steigen könnte, da entsprechende Informationen aus kleineren Dörfern und Städten noch nicht vorliegen.

Bei einem erneuten Lawinenabgang sind am Dienstag möglicherweise erneut rund 250 Menschen verschüttet worden. Die Lawine sei in Ghodatabela, bei der beliebten Trekking-Route Langtang in der Nähe des Epizentrums des Bebens vom Samstag, ins Tal gerast, sagte ein Behördenvertreter.

Tausende Tote im Himalaya
Trümmer in Kathmandu
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Mehr als 90 Sekunden lang bebt die Erde im Himalaya. Das Beben habe die Stärke 7,3 gehabt, meldete das Deutsche Geoforschungszentrums in Potsdam. Die US-Erdbebenwarte sprach sogar von der Stärke 7,9. Das Zentrum lag demnach etwa 80 Kilometer Luftlinie westlich der Hauptstadt Kathmandu, in nur 15 Kilometern Tiefe.

Helfer in den Trümmern
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In der Altstadt von Kathmandu sei der Verkehr zum Erliegen gekommen, weil zahlreiche Straßen aufbrachen, berichtete Autor Kashish Das Shrestha von vor Ort. Verletzte würden in Krankenhäuser gebracht. Zahlreiche Nachbeben verunsichern die Menschen.

Durbar-Platz in Kathmandu
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Der kulturell wichtige Durbar-Platz im Zentrum Kathmandus – ein Unesco-Weltkulturerbe – sei nicht mehr wiederzuerkennen, sagte Shrestha. Er twitterte Bilder, auf denen nur noch Holzhaufen zu sehen sind, wo einst historische Gebäude standen. Der neunstöckige Dharahara-Turm sei in sich zusammengestürzt

Zerstörung in Kathmandu
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Von dem Turm sei nur Schutt übrig geblieben, in dem Berichten zufolge Menschen gefangen sein sollen. Die Altstadt von Kathmandu besteht aus einem Gewirr von Gassen, an deren Seiten Häuser stehen, die von schlechter Bauqualität sind.

Glück gehabt
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Helfer tragen einen staubbedeckten Mann aus den Trümmern: Viele andere Nepalesen hatten nicht soviel Glück. Mindestens 876 Menschen sollen bei dem Beben umgekommen sein.

Auf dem Land
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Das Epizentrum des Bebens lag 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu in einer Tiefe von elf Kilometern, wie Nepals Informationsminister Minendra Rijal dem indischen Sender NDTV sagte. Das Tal von Kathmandu ist dicht besiedelt, fast 2,5 Millionen Menschen leben hier.

Patienten außerhalb der Krankenhäuser
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Ein verletztes Kind wartet auf medizinische Hilfe: Auf einem Parkplatz eines Krankenhauses in Kathmandu versammelten sich Dutzende Menschen. Für die Patienten waren Matratzen ausgelegt worden.

Derweil trauen sich Bewohner aus Nepals Hauptstadt Kathmandu nicht in ihre Häuser zurück, aus Angst, sie könnten einstürzen. „Jetzt soll ich 5000 Rupien (45 Euro) für eine Plane zahlen, obwohl sie doch nur ein paar Hundert Rupien kosten sollte“, sagt Prabhat Samphang, der fieberhaft nach einer Zeltplane sucht. Der Schwarzmarkt mit den provisorischen Überdachungen boomt.

Sich vorher schon eine Plane besorgt hatte Samphang nicht – wie die meisten Nepalesen. Und das, obwohl ihr Land auf der Grenze zweier tektonischer Platten liegt und Seismologen seit Jahren vor einem riesigen Erdbeben warnten. Auch einen Vorratsschrank mit Konservendosen, Schaufeln oder Wasserreinigungstabletten sucht man in nepalesischen Häusern meist vergeblich. Diese sind ohnehin oft aus einfachen Ziegeln oder schlechtem Beton gebaut – und damit extrem anfällig.

Und auch von der Regierung seines Landes bekam Samphang keine Plane. Beamte gestanden, sie seien nicht vorbereitet gewesen. „Es gibt keinen Zweifel: Es fehlt uns an allem“, sagt Laxmi Dhakal aus dem Innenministerium. Überall im Land gingen die Vorräte an Nahrungsmittel und Wasser zur Neige. „Die Regierung ist unter enormem Druck.“ Das meinte auch der Innenminister Bam Dev Gautam: „Wir haben nicht genügend Mittel, und wir brauchen mehr Zeit, um alle zu erreichen“, sagt er.

Nepal hat nicht vorgesorgt
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