Erdebeben in Neuseeland
Bewegende Zeremonie für die Toten

Mit zwei Schweigeminuten haben zahlreiche Neuseeländer am Dienstag den Opfern des schweren Erdbebens vor einer Woche gedacht. Helfer fanden in den Trümmern derweil eine Botschaft aus dem 19. Jahrhundert.
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ChristchurchIn Anbetracht der noch als vermisst geltenden Menschen müsse mit bis zu 240 Toten gerechnet werden, sagte Polizeichef Dave Cliff. Ministerpräsident John Key hatte seine Landsleute zum Gedenken aufgerufen, als Zeichen der Einigkeit mit den Menschen des Distrikts Canterbury, die eine Tragödie jenseits der Vorstellungskraft vieler erlebt hätten. „Wir haben Menschen verloren, die Stadt ist zerstört, es wird ein Moment der Emotionen und des Schmerzes“, sagte Bob Parker, Bürgermeister von Christchurch, vor der Zeremonie. Nach dem Ende der Gedenkminuten setzten die Menschen die Aufräumarbeiten fort.

Am vergangenen Dienstag hatte ein Erdbeben der Stärke 6,3 die Südinsel Neuseelands erschüttert. Das Epizentrum lag nur wenige Kilometer entfernt von der belebten Innenstadt von Christchurch. Das Beben ereignete sich zur Mittagszeit. Zahlreiche Bürogebäude, Kirchen und Häuser in der mit 350.000 Einwohnern größten Stadt der Südinsel wurden stark beschädigt.

Unterdessen hat das Erdbeben in Christchurch möglicherweise eine Nachricht aus der Vergangenheit ans Tageslicht gebracht: Unter einer umgestürzten Statue aus dem 19. Jahrhundert sei ein handgeschriebenes Pergament in einer Flasche sowie ein versiegelter Kupferzylinder zum Vorschein gekommen. Darin vermute man historische Dokumente, sagte Bürgermeister Bob Parker am Dienstag.

Die Statue des Stadtgründers stand auf dem Hauptplatz nahe der historischen Kathedrale. Museumsexperten untersuchen nun die Gegenstände. Scheinbar enthalten sie Nachrichten der Gründerväter der Stadt, in denen sie ihre Vision für die Zukunft der Stadt darlegen. Parker sagte, es sei geradezu schicksalhaft, dass die Relikte ausgerechnet jetzt ans Licht gekommen seien, um „die Inspiration zu bieten, die wir in dieser schweren Zeit benötigen.“

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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