Erinnerungen an Kursk-Untergang werden wach
Russisches Atom-U-Boot gesunken

Nach dem Untergang eines ausgemusterten russischen Atom-U-Bootes in der Barentssee besteht nach den Worten des Oberkommandieren der Marine, Viktor Krawtschenko, kaum noch Hoffnung auf Rettung der vermissten sieben Seeleute.

Reuters MOSKAU. Zwei der zehn Besatzungsmitglieder waren nach dem Unglück am frühen Samstagmorgen bereits tot geborgen worden, ein Offizier konnte lebend aus der stürmischen See gerettet werden. Die beiden Reaktoren der 40 Jahre alten „K-159“ seien bereits im Jahr 1989 abgeschaltet worden, so dass von dem U-Boot keine Gefahr ausgehe. Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte eine „gründliche Untersuchung“ des Unglücks an, das Erinnerungen an den Untergang des atomgetriebenen U-Bootes „Kursk“ vor drei Jahren weckte. Damals waren alle 118 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen.

„Bedauerlicherweise ist die Hoffnung, die Vermissten lebend zu finden, sehr gering“, sagte Krawtschenko. Im Nordpolarmeer würden Temperaturen um 10 Grad Celsius gemessen, die ein Überleben über längere Zeit unmöglich machten. Das U-Boot sei auf den Grund der Barentssee in 170 Metern Tiefe gesunken, solle aber wieder gehoben werden. „Im Moment prüfen wir alle Optionen (zur Hebung)“, sagte Krawtschenko. „Wir werden es auf jeden Fall heben, damit es zerstört werden kann. Das U-Boot war 1989 außer Dienst gestellt worden. Damals seien auch alle Waffen, darunter Torpedos und Raketen, entfernt worden, sagte ein Marine-Sprecher Das „radioaktive Niveau“ im U-Boot sei normal, erklärte Krawtschenko.

Zu dem Unglück war es gekommen, als das U-Boot zur Demontage entlang der Küste der Halbinsel Kola in den Hafen von Poljarni geschleppt wurde. Das U-Boot neigte sich zu einer Seite und sank fünf Kilometer nordwestlich der Insel Kildin.

Auch die „Kursk“ war in der Barentssee gesunken. Nach dem Unglück war Putin mangelhaftes Krisen-Management vorgeworfen worden. Nach dem erneuten U-Boot-Unglück kündigte Putin eine sorgfältige Untersuchung an. „Natürlich werden alle Ursachen der Tragödie aufgedeckt“, sagte er der Nachrichtenagentur Itar-Tass bei einem Besuch auf Sardinien.

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