Erkrankungsniveau deutlich höher als im vergangenen Jahr: Grippewelle zieht durch Deutschland

Erkrankungsniveau deutlich höher als im vergangenen Jahr
Grippewelle zieht durch Deutschland

Deutschland ist vergrippt: Die jährliche Influenza-Welle zieht derzeit quer durch die Republik und sorgt für Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Vor allem Kinder und Jugendliche haben sich das tückische Grippevirus bisher eingefangen, zunehmend sind aber auch Erwachsene betroffen.

HB MARBURG. Gegen eine Ansteckung helfe im Moment „gar nichts“, sagt Prof. Adolf Windorfer, Präsident des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen, ernüchternd. „Man kann ja nicht den ganzen Tag zu Hause bleiben.“ Eine Impfung empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Marburg nur noch im Einzelfall - der Schutz baut sich erst nach 10 bis 14 Tagen auf.

Wie stark die Grippe in dieser Saison zuschlägt, ist Experten zufolge überhaupt nicht vorhersehbar. „Bei Grippe kann man keine Prognosen stellen, weil es jedes Jahr anders ist“, sagt AGI- Mitarbeiterin Andrea Grüber. „Bisher ist das Erkrankungsniveau aber schon deutlich höher als im letzten Jahr.“ Das Influenza-Virus ist hoch ansteckend und verbreitet sich rasend schnell. Bereits beim Sprechen, Hände geben oder Niesen werden die Erreger über feinste Tröpfchen übertragen und können die Abwehrkraft mindern. Wenn geschnieft und gehustet wird, lauert das Virus daher überall.

Im Vergleich zu einer Erkältung beginnt die gefürchtete Virus- Grippe schlagartig. Schon innerhalb weniger Stunden stellen sich die Symptome ein: Hohes Fieber, Schüttelfrost und Entzündungen der Atemwege, starker Husten sowie Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen. „Typisch sind der plötzliche Beginn aus voller Gesundheit heraus und ein häufig schweres Krankheitsbild“, erklärt Windorfer. Im Schnitt sei die Influenza nach sieben bis acht Tagen ausgestanden, viele Patienten fühlten sich aber noch ein bis zwei Wochen lang schlapp und zerschlagen: „Man kommt sehr schlecht wieder auf die Beine.“ Wenn einen die Grippe erwischt hat, ist Bettruhe das Wichtigste.

„Ein Grippe-Kranker bleibt aber sowieso liegen, man kann dann gar nicht arbeiten gehen“, betont Grüber. Windorfer rät zudem, möglichst schnell zum Arzt zu gehen und sich so genannte antivirale Medikamente verschreiben zu lassen. Die Grippe-Pille Tamiflu und das Pulver Relenza, das inhaliert werden muss, verkürzten die Krankheitsdauer und milderten die Symptome. Beide müssen allerdings innerhalb von ein bis zwei Tagen nach Auftreten der ersten Anzeichen genommen werden.

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