Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Kapitän des Säure-Tankers hatte 2,1 Promille

Der Schiffsführer des im Hamburger Hafen mit Schwefelsäure gesunkenen Tankschiffs „ENA 2“ war nach Angaben der Staatsanwaltschaft betrunken. Die Analyse einer Blutprobe des Mannes habe einen Alkoholgehalt von 2,1 Promille ergeben.

HB HAMBURG. Der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, Rüdiger Bagger, sagte am Mittwoch, dies sei gleich bedeutend mit einer absoluten Fahruntüchtigkeit. Gegen den Schiffsführer werde nun wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. Ihm drohten bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Bei dem Unfall waren durch austretende Schwefeldämpfe elf Menschen verletzt worden.

An der Unfallstelle im Hamburger Hafen liefen die Vorbereitungen zur Bergung der gefährlichen Ladung unterdessen weiter auf Hochtouren. Das mit 960 Tonnen Schwefelsäure beladene Tankschiff war am Montagabend am Eingang des Petroleumhafens mit einem Containerfrachter kollidiert, Leck geschlagen und anschließend gesunken. Nur dank der doppelten Außenhaut aus den Tanks und dem Schiffsrumpf blieb Hamburg von größeren Umweltschäden verschont. Über die nächsten Schritte zur Bergung der gefährlichen Ladung sollte am Abend nach der Inspektion der Schäden entschieden werden.

Am Vormittag wurde damit begonnen, das Tankschiff durch Taue so zu sichern, dass der Rumpf nicht brechen kann. Erst danach sollten Taucher in Spezialanzügen die Schäden am Schiff inspizieren. „Die Sicherung des Tankers läuft nach Plan, das Schiff ist stabil“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Wegen der großen Gefahr beim Anheben des Schiffes sollten die Taucher prüfen, ob die Tanks unter Wasser abgepumpt werden könnten. Sollte der Tanker bei der Bergung brechen und die hoch konzentrierte Schwefelsäure in die Elbe fließen, wird in Hamburg eine Umweltkatastrophe befürchtet.

Für diesen Fall bereitete die Feuerwehr die Warnung der Anwohner im Umkreis von einem Kilometer vor. Die Feuerwehr besprühte das Kiel oben liegende Schiff weiter mit Wasser, um giftige Dämpfe niederzuschlagen.

Nach der Havarie waren durch die Be- und Entlüftungsanlage des Tankschiffes etwa 3,2 Kubikmeter giftige Schwefeldämpfe ausgetreten. Dadurch wurden neun Hafenarbeiter und zwei Polizisten verletzt. Tausende Fische verendeten im giftigen Wasser. Medienberichten zufolge, die sich dabei auf Angaben der Norddeutsche Affinerie beriefen, soll der Schiffsführer bereits früher wegen Alkoholproblemen aufgefallen sein. Der Gefahrgut-Frachter war für die NA unterwegs.

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