Ermittlungen im Fall Litwinenko
Polonium in Hamburg nachgewiesen

Im Fall des Giftmords an dem Kreml-Kritiker und russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko führt die Spur eines möglichen Täters nach Hamburg.

HB HAMBURG. Bei den am Wochenende gefundenen radioaktiven Substanzen, die der 41-jährige Russe Dimitrij Kowtun offenbar hinterließ, handelt es sich nach Polizeiangaben definitiv um Polonium-210, wie der Sprecher der Sonderkommission „Dritter Mann“, Thomas Menzel, am Sonntag in Hamburg mitteilte.

Nach den bisherigen Ermittlungen bestehe damit „zumindest ein ausreichender Anfangsverdacht, dass Kowtun nicht nur Opfer, sondern auch Täter war“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Köhnke. Das ganze Wochenende über sicherten Experten die kontaminierten Örtlichkeiten und rekonstruierten Kowtuns Hamburg-Aufenthalt.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass Kowtun die Polonium-Spuren außerhalb seines Körpers getragen hat und „mit hoher Wahrscheinlichkeit schon kontaminiert nach Hamburg gekommen ist“, wie Menzel sagte. Das lasse darauf schließen, dass der Russe mit dem strahlenden Material möglicherweise bei dessen Verpackung in Kontakt gekommen oder dass die Verpackung beim Transport undicht gewesen sei.

Ob er Polonium mitgebracht habe oder nur beim Verpacken dabei gewesen sei, lasse sich nicht sagen. Damit sei auch unklar, ob Kowtun unmittelbar beim Giftmord an Litwinenko Opfer oder Täter war, so Oberstaatsanwalt Köhnke. Dies müssten „Ermittlungen außerhalb der Bundesrepublik“ ergeben.

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