Ermittlungen laufen
Zweijähriger Kevin aus Bremen beigesetzt

Sein Tod sorgte für Empörung in Deutschland und für den Rücktritt der Bremer Sozialsenatorin. Am Montag wurde der zweijährige Kevin in kleinem Kreis beerdigt. Der kleine Junge starb nach schweren Misshandlungen und wurde später im Kühlschrank seines Ziehvaters gefunden.

HB BREMEN. Der zweijährige Kevin aus Bremen ist am Montag im Kreis von Angehörigen und Nachbarn beerdigt worden. Der Junge wurde am Mittag in einem kleinen, weißen Sarg beigesetzt. Rund 30 Trauergäste nahmen an der Zeremonie teil. Sie hatten um eine kleine Trauerfeier ohne Medienrummel gebeten. Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) war auf ihren Wunsch anwesend.

Kevins Leiche war im Oktober im Kühlschrank des drogensüchtigen früheren Freundes seiner Mutter gefunden worden. Das Kind hatte unter der Vormundschaft des Jugendamtes gestanden. Ein Untersuchungsbericht brachte schwere Versäumnisse der Behörden ans Licht. Der tragische Tod Kevins löste bundesweit Entsetzen aus.

In der Trauerfeier stellte Pastorin Jutta Konowalczyk-Schlüter die Frage nach dem Sinn des Todes des kleinen Jungen. „Warum dieser Tod? Kevin hatte sein Leben doch noch nicht gelebt“, sagte sie vor den Angehörigen in der schlichten Atmosphäre der kleinen Friedhofskapelle. „Kevin soll nicht umsonst gelebt haben und gestorben sein.“ Es tröste sie zu wissen, dass Kevin, der in seinem Leben so viel Vernachlässigung erfahren habe, in dem weißen Sarg eine Jeanshose und ein kariertes Oberhemd trage. „Kevin ist angezogen, wenn er in Gottes Ewigkeit heimkehrt. Das ist ein richtig guter Gedanke.“

Kevin wurde bei nasskaltem Wetter von der kleinen Trauergemeinde neben seiner Mutter beigesetzt. Die drogenabhängige Frau war im November 2005 unter noch nicht endgültig geklärten Umständen in der gemeinsamen Wohnung mit dem nun inhaftierten Ziehvater des Jungen gestorben. Gegen den Mann laufen nach dem Fund von Kevins Leiche Anfang Oktober Ermittlungen wegen Totschlags und Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Der kleine Junge starb nach Angaben der Bremer Landesregierung eines gewaltsamen Todes. Ein Untersuchungsausschuss soll die Missstände in dem tragischen Fall aufklären. Gegen Mitarbeiter des Jugendamtes wird strafrechtlich ermittelt. Nach dem Tod des kleinen Jungen war Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD) zurückgetreten.

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