Ermittlungsergebnis
Wohnhausbrand von Berlin von 12-Jährigem gelegt

Gut eine Woche nach dem verheerenden Wohnhausbrand in Berlin-Moabit mit neun Toten ist der mutmaßliche Brandstifter ermittelt. Es ist ein 12-jähriger Junge, der aus Polen stammt und in Berlin wohnt.

HB BERLIN. Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Dalheimer sagte am Dienstag, der Junge habe gestanden, im Hausflur mit Papier gekokelt zu haben. Als die in der Nähe stehenden Kinderwagen Feuer fingen, rannte das Kind in den Hinterhof. Der neunjährige Bruder des Jungen hat die Tat den Angaben zufolge zwar beobachtet, war aber nicht direkt beteiligt.

Beide Kinder sind noch nicht strafmündig, das Verfahren gegen sie wird deshalb eingestellt. Laut Dalheimer wird aber gegen die Mutter und ihren Lebensgefährten ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Aufsichtspflicht eingeleitet.

Bei dem Feuer waren auch Angehörige des 12-Jährigen ums Leben gekommen, darunter ein Cousin. Die neun Opfer des Brandes stammten aus Polen, dem Kosovo und aus Bosnien-Herzegowina. 14 Menschen erlitten bei dem Brand in dem Mietshaus schwere Verletzungen.

Die Feuerwehr hatte die hohe Zahl von Opfern mit einem falschen Verhalten einiger Hausbewohner erklärt. Sie hätten versucht, über das brennende und verqualmte Treppenhaus nach draußen zu gelangen, anstatt in ihren Wohnungen zu bleiben und auf Rettung zu warten. Diejenigen Bewohner, die in ihren Wohnungen ausgeharrt hätten, seien gerettet worden.

Schon kurz nach dem Löschen des Feuers hatte die Polizei erklärte, vieles spreche dafür, dass das Feuer gelegt wurde. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund schloss Innensenator Ehrhart Körting (SPD) aus. Es "deutet nichts auf einen politischen Anschlag hin", sagte er.

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