Erneut Todesstrafe vollstreckt
Vier Mörder in Japan hingerichtet

Am Montag sind in Japan vier verurteilte Mörder hingerichtet worden. Das berichteten japanische Nachrichtenagenturen.

HB TOKIO. Damit haben sich die Befürchtungen von Anwälten und Gegnern der Todesstrafe bewahrheitet, dass die Regierung die gerade begonnenen Parlamentsferien wieder für Hinrichtungen nutzen würde. Sie werfen der Zentralregierung vor, auf diese Weise öffentliche Debatten über die Todesstrafe vermeiden zu wollen. Zuletzt war am 16. September vergangenen Jahres die Todesstrafe in Japan vollstreckt worden.

Die Regierung gibt nur im Nachhinein Hinrichtungen bekannt, nicht aber die Namen der Getöteten. Menschenrechtsaktivisten und die japanischen Medien erfahren diese nur durch die Hinterbliebenen oder durch Anwälte. Demnach handelt es sich bei den Erhängten um vier Männer, darunter ein 77- und ein 75-Jähriger. Die beiden anderen verurteilten Mörder waren 64 und 44 Jahre alt. Es waren die ersten Exekutionen unter Justizminister Jinen Nagase, der seit Beginn der Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe im September im Amt ist.

Nagases Vorgänger hatte während dessen elfmonatiger Amtszeit keinen Exekutionsbefehl unterzeichnet. Japans nationaler Anwaltsverband hatte den neuen Justizminister erst kürzlich aufgefordert, es seinem Vorgänger gleich zu tun. Die Juristen empfahlen der Regierung, ein Moratorium zu verhängen, um die Notwendigkeit der Strafe zu prüfen. Japan ist eines der wenigen Industrieländer, das die Todesstrafe noch nicht abgeschafft hat.

Der Umgang des Landes mit der Todesstrafe wie auch die berüchtigten Haftbedingungen werden seit Jahren von Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International scharf angeprangert. Angesichts der oft extrem langwierigen Berufungsprozesse warten zum Tode Verurteilte manchmal Jahrzehnte auf ihre Hinrichtung. Erst am Morgen des Todestages erfahren sie, dass ihre Zeit gekommen ist. Die Angehörigen erfahren von der Hinrichtung erst nach der Vollstreckung.

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