Erster Selbstmordanschlag in Kabul seit Juni
Terroverdächtiger tötet Agenten bei Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag sind in Afghanistan vier Mitarbeiter des Geheimdienstes und ihr Fahrer ums Leben gekommen. Sie hatten den Attentäter gerade festgenommen.

HB BERLIN. Ein Mann hat sich am Sonntag in Kabul in die Luft gesprengt. Vier Geheimdienstmitarbeiter sowie deren Fahrer kamen dabei mit ums Leben. Die Agenten hatten den Mann Minuten zuvor festgenommen, weil er in Verdacht stand, einen Terroranschlag geplant zu haben. Unmittelbar nach seiner Festnahme nahe dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt zündete er die Bombe, die er am Körper trug, berichtete der Polizeichef von Kabul. Der Wagen, in dem der Verdächtige weggefahren werden sollte, sei in die Luft geflogen. Der Mann war laut Polizeiangaben Ausländer. Sicherheitskräfte seien ihm schon seit einiger Zeit auf der Spur gewesen. Weitere Einzelheiten nannte der Polizeichef nicht.

Laut einem Taliban-Sprecher war der Selbstmordattentäter ein 35-jähriger Tschetschene. Der Mann sei von Komplizen begleitet worden, welche den Anschlag überlebt hätten. Ziel des Anschlags sei eigentlich der Isaf-Stützpunkt in der Nähe des jetzigen Tatorts gewesen. Alternativ dazu hätten Isaf-Patrouillen oder Fahrzeuge der ausländischen Streitkräfte angegriffen werden sollen. Die Festnahme des Attentäters habe diesen Plan jedoch durchkreuzt. Dem Sprecher der Taliban zufolge befinden sich inzwischen etwa 60 Selbstmordattentäter in der Innenstadt von Kabul, um dort Anschläge zu verüben. Der Anschlag vom Sonntag war der erste Selbstmordanschlag in Kabul seit Juni, als der Täter ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in ein deutsches Isaf-Fahrzeug lenkte und vier Bundeswehrsoldaten tötete.

Das jüngste Attentat ereignete sich zeitgleich zu den abschließenden Beratungen der Ratsversammlung Loja Dschirga über eine neue afghanische Verfassung. Die Taliban hatten mehrfach angekündigt, die von ihnen abgelehnte Versammlung zu sabotieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%