Esa: Drei Viertel der wissenschaftlichen Mission geglückt
Nach fünf Versuchen keine Signale von Beagle 2

Auch der bisher fünfte Versuch, Kontakt zum Landegerät «Beagle 2» herzustellen, ist am Samstag erfolglos geblieben. Nun hoffen die Wissenschaftler auf Januar.

HB BERLIN. Zum europäischen Mars-Landegerät Beagle 2 gibt es weiterhin keine Funkverbindung. Die Techniker des Observatoriums Jodrell Bank in der englischen Grafschaft Cheshire versuchten auch in der Nacht zum Samstag vergeblich, mit ihrem Radioteleskop ein Signal des Roboters aufzufangen. Ein erneuter Versuch, mit Hilfe der US-Sonde «Mars Odyssey» ein Zeichen von dem Landegerät zu bekommen, schlug am Samstagmorgen fehl.

Die Raumfahrtbehörde Esa wertet diesen Misserfolg jedoch nicht als Scheitern des Projekts. Vom 4. Januar an befinde sich der Mars Express «Orbiter» in der planmäßigen Umlaufbahn und könne von da aus direkt versuchen, Kontakt zu «Beagle 2» aufzunehmen, hieß es. «Orbiter» war in der Nacht zum 25. Dezember planmäßig in eine Umlaufbahn gebracht worden. Damit seien bereits drei Viertel der wissenschaftlichen Mission geglückt, sagte ein Esa-Sprecher in Darmstadt. Derzeit würden Manöver vorbereitet, um die Sonde näher an den Mars heranzubringen. Das erste dieser Manöver sei für den 30. Dezember geplant.

Voraussichtlich am 4. Januar soll «Orbiter» seine Routine-Umlaufbahn erreicht haben, von der aus er zwei bis drei Jahre lang Daten und Bilder vom Mars übermitteln soll. Von ihrer neuen Position aus kann die Muttersonde dann auch versuchen, den Kontakt zu «Beagle 2» herzustellen.

Das 67 Kilogramm schwere Landegerät von der Größe eines Autoreifens kann auf dem Mars etwa sechs Monate lang überleben. «Beagle 2» sollte von einem Hitzeschild geschützt in die Marsatmosphäre eintreten und am Donnerstag früh um 03.52 Uhr auf dem Planeten aufsetzen.

Das Landegerät hatte sich am Freitag vergangener Woche planmäßig von seinem Mutterschiff gelöst und sich unabhängig in Richtung des Planeten bewegt. Ob die Landung gelang, ist unklar, weil mehrere Kontaktversuche scheiterten.

An der Ortung beteiligen sich zahlreiche Observatorien weltweit. Experten hatten zuvor die Landung der Sonde auf dem Mars als den heikelsten Teil der Mars-Mission eingestuft. In den vergangenen 43 Jahren landeten von elf Landegeräten nur drei erfolgreich auf dem Planeten. Grund dafür sind nach Angaben von Experten hochkomplizierte technische Abläufe, die zur Landung eines Geräts auf dem Mars notwendig sind. Außerdem sorge auch das dort herrschende unstete Klima für Unwägbarkeiten.

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