EU-Ratspräsidentschaft gegen EU-Kommission
Gipfel-Kick für Straßenkinder endet mit Elfmeterkrimi

Für einen guten Zweck schnüren sich auch schon mal Prominente die Fußballschuhe an. Bei Politikern sieht man das schon seltener. Beim Lateinamerika-Gipfel traten nun die Mannschaften „EU-Ratspräsidentschaft“ und „EU-Kommission“ gegeneinander an. Eine Entscheidung gab es bei dem Kick zu Gunsten von Straßenkinder in Rumänien und Bulgarien erst im Elfmeterschießen.

HB WIEN. Die Mannschaften „EU-Ratspräsidentschaft“ und „EU-Kommission“ erreichten bis Ende der zweiten Halbzeit am Donnerstagabend je sieben Tore. Beim Schuss aufs Tor siegte dann das Team „Präsidentschaft“, angeführt vom derzeitigen EU-Ratspräsidenten, dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

Die „EU-Kommission“ wurde auf dem Fußballfeld wie im wirklichen Leben von Kommissionspräsident José Manuel Barroso angeführt. Das Team erschien im blauen Trikot mit den Sternen der EU-Flagge und weißen Turnhosen. Bei der gegnerischen Mannschaft war die Farbverteilung genau umgekehrt. Das weiße T-Shirt zeigte das Logo der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Der Erlös des Benefiz-Spiels „FC Europa“ war für das Projekt „Straßenkinder in Not“ bestimmt. Dieses wird von Pater Georg Sporschill geleitet und hilft obdachlosen Kindern in Rumänien und Moldawien schon seit 1991.

Barroso wurde auf dem Spielfeld von Erweiterungskommissar Olli Rehn unterstützt. Ansonsten erfolgte die Aufteilung in die beiden Mannschaften recht willkürlich. Der polnische Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz war ebenso mit von der Partie wie der Regierungschef aus Slowenien, Janez Jansa. Das Trikot übergestreift hatten ferner die Ministerpräsidenten Sergej Stanischew aus Bulgarien, Calin Popescu Tariceanu aus Rumänien, Ivo Sanader aus Kroatien und Recep Tayyip Erdogan aus der Türkei. Auch der peruanische Präsident Alejandro Toledo Manrique spielte mit.

Schüssel hatte seine Gäste zudem gebeten, jeweils eine Sportsgröße aus dem eigenen Land mitzubringen. Aus Österreich kickte Teamchef Josef Hickersberger mit, der 1978 bei der Fußball-WM in Argentinien beim Sieg gegen Deutschland dabei war. Die Türkei schickte den Nationalspieler Fatih Terim auf den Platz, Rumänien das frühere Tennis-Ass Ilie Nastase. Tore schossen unter anderem Erdogan, Toledo und Sanader. Rehn traf gleich mehrmals. Schüssel konnte der Hilfsorganisation für Straßenkinder schließlich einen Scheck über 100 000 Euro überreichen. Er bezeichnete das Spiel als europäische Erfolgsgeschichte.

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