EU verbietet Vogelmärkte
Ab Samstag bleibt das deutsche Federvieh im Stall

In Europa wird aus Angst vor der Vogelgrippe immer mehr Geflügel in den Stall gesperrt. Am Freitag kündigte auch die Schweiz ein Freilaufverbot an und folgt damit dem Beispiel Deutschlands, Österreichs, Polens und der Niederlande.

HB BERLIN/BRÜSSEL/MOSKAU. Die Stallpflicht gilt bundesweit von diesem Samstag an, am Wochenende sind erste Kontrollen vorgesehen. Experten fürchten, dass Zugvögel aus Russland das heimische Geflügel mit dem auch für den Menschen gefährlichen Virus H5N1 infizieren könnten. Der Erreger war im europäischen Teil Russlands und zuvor im rumänischen Donaudelta nachgewiesen worden. Zugvögel aus Russland ziehen gegenwärtig scharenweise Richtung Westen.

Unterdessen stieg die Zahl der Menschen, die seit Ende 2003 an Vogelgrippe starben, leicht auf 61. Keine zwei Wochen zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch 60 Todesfälle registriert. Alle Opfer wurden nach WHO-Angaben aus Asien gemeldet: 41 Menschen in Vietnam, 13 in Thailand, vier in Kambodscha und drei in Indonesien. Insgesamt seien 118 Fälle von Infektionen bei Menschen bekannt geworden. Für die Menschen in Europa sieht die WHO weiterhin keine direkte Gefahr durch die Vogelgrippe.

Das Virus wird nach bisherigen Erkenntnissen nur durch direkten Kontakt mit kranken Tieren übertragen, hauptsächlich bei der Schlachtung und Verarbeitung. Gekochtes Hühnerfleisch gilt dagegen als ungefährlich. Eine Verbreitung von Mensch zu Mensch wurde weltweit bisher noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen.

Im gesamten Gebiet der Europäischen Union (EU) sollen Geflügelmärkte und -ausstellungen nur noch unter strengsten Auflagen erlaubt werden, entschied die EU-Kommission. Zudem einigten sich die EU-Mitgliedstaaten nach Angaben der Bundesregierung darauf, Zoovögel gegen Vogelgrippe zu impfen.

Berlin will Rumänien bei der Bewältigung der Tierseuche im Donaudelta technische und finanzielle Hilfe leisten. Dies soll im Rahmen einer internationalen Strategie gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe geschehen, teilte Agrarstaatssekretär Alexander Müller mit. „Es liegt in unser aller Interesse, die Ausbreitung so schnell und so effektiv wie möglich einzudämmen.“ Es könne „als gesichert gelten, dass die Zugvögel als Vektoren (Überträger) für das Virus eine wichtige Rolle spielen“.

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