Euro
Mini-Rendite schreckt Münz-Fälscher nicht ab

Fälscher verlegen sich immer häufiger darauf, auch Euro-Münzen nachzumachen. Wie aus dem jüngsten Falschgeld-Bericht der Bundesbank hervorgeht, wurden in Deutschland 2004 etwa 51 000 falsche Münzen sichergestellt - fast dreimal so viele wie ein Jahr zuvor.

HB FRANKFURT/MAIN. Nach Angaben des Bundesbank-Analysezentrums für Falschgeld in Mainz handelt es sich bei den sichergestellten Fälschungen zu 90 % um nachgemachte 2-Euro-Münzen, fast der gesamte Rest seien 1-Euro-Münzen. "Schon eine gefälschte 50-Cent-Münze ist wie ein Sechser im Lotto", sagt der Leiter des Analysezentrums, Rainer Elm.

Die Falschgeldprüfer gehen davon aus, dass die Gewinnspanne der Fälscher vergleichsweise gering ist: Allein die Materialkosten lägen bei zehn bis 20 Cent pro Münze bei einer einfachen Legierung, so Elm. Die österreichische Münze schätzt, dass die gesamten Kosten bei einem Drittel des Nominalwerts der Münze liegen. "Das lohnt sich deswegen nur bei großen Stückzahlen - und da bekommen sie ein Verteilingsproblem", verrät Elm. Zur Herkunft der Falschmünzen wisse man nur wenig. In Italien, Frankreich und Spanien seien bereits entsprechende Werkstätten ausgehoben worden. Auch gebe es Hinweise, dass Euro-Münzen in Osteuropa gefläscht würden.

Anders als Euro-Scheine werden Münzen nur bei den Geschäfts-Banken und bei der Bundesbank auf ihre Echtheit hin getestet. "Für den Einzelhandel wäre es zu teuer, entsprechende Maschinen anzuschaffen und sein Personal zu schulen. Außerdem würde es den Bezahlvorgang in die Länge ziehen, wenn an der Kasse auch noch jede Ein- und Zwei-Euro-Münze getestet wird, sagt der Falschgeldexperte. Misstrauischen Kunden rät er zum Magnet-Test: Ein- und Zwei-Euro-Münzen seien nur leicht magnetisch. "Wenn sie eine echte Münze mit einem Magneten aufnehmen, lässt sie sich leicht wieder abschütteln. Bei einer falschen haftet sie entweder sehr fest oder gar nicht".

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