Eurovision Song Contest in Wien
Es gibt kein Entkommen

Spanien, Australien und Schweden gelten als Favoriten für einen Sieg in Wien. Die deutsche Kandidatin Ann Sophie gibt sich bescheiden. Die größte Unterhaltungsshow der Welt euphorisiert Wien und den ORF.
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WienEin Entkommen vom Eurovision Song Contest (ESC) gibt es in Wien nicht. Fans ziehen mit Nationalflaggen durch die Zwei-Millionen-Metropole, vor dem Rathaus treffen sich Tausende um ihre Kandidaten zu feiern. Am Samstagabend treten in der Wiener Stadthalle die Finalisten aus 27 Nationen in der größten Unterhaltungsshow der Welt an, um die Nachfolge von Conchita Wurst anzutreten.

Unter Experten gelten Spanien, Australien und Schweden als die Favoriten für den begehrten Titel. Während die Iberer mit der schönen Sängern Edurne mit ihrem Lieg „Amanecer“ (Morgengrauen) auftrumpfen,  bieten der Australier Guy Sebastian eine sympathische Ballade und der Schwede Mans Zelmerlöw die besten Bühnenshow.

Die deutsche Kandidatin Ann Sophie gibt sich unterdessen bescheiden. „Ich würde mich sehr wünschen, unter den ersten Zehn zu landen“, sagte sie. Die Hamburgerin startet mit ihrem Song „Black Smoke“ für Deutschland in Wien, weil der Rocksänger Andreas Kümmert auf eine Teilnahme versichert hat.  „Bei deinem Potenzial bin ich überzeugt, dass du uns europaweit ganz viele Punkte einsammeln wirst!“, sagte der Musikkollege an die Adresse von Ann Sophie.  Sie wird am Samstagabend auf Platz 17 zwischen Montenegro und Polen mit ihrem Song antreten.

Die Musiktalentshow ist mit erwarteten 100 Millionen Zuschauern die größte Unterhaltungssendung der Welt, die in fünf Kontinente übertragen wird. Eine 43 breite Bühne wird von einem Art Auge aus rund 1300 Einzelstelen umspannt, die per LED die unterschiedlichsten Lichtstimmungen produzieren.

Das Motto des Wettbewerbs ist „Building Bridges“, das für Toleranz und Vielfalt steht. Das angesehene österreichische Institut für Höhere Studien (IHS) schätzt den Werbewert des Sangeswettbewerbs für Österreich auf 100 Millionen Euro. Die Bruttowertschöpfung betrage laut Studie über 38 Millionen Euro.

Ein Sieger des Song Contest steht bereits fest: es ist der ORF. „Der ESC ist das größte Ereignis, das der ORF je organisiert hat. Er ist eine Riesenchance für uns“, sagte Senderchef Alexander Wrabetz dem Handelsblatt in Wien. „Die Veranstaltung wird auf unser Image beim österreichischen TV-Publikum, bei der Medienpolitik, bei den Werbekunden und bei der internationalen TV-Branche einzahlen. Der ESC sie Unterhaltung, die auch zum öffentlich-rechtlichen Auftrag gehört. Aber es sei Unterhaltung mit einer „gewissen Haltung“.

In diesen Tagen sind der ORF und seine Chefetage geradezu euphorisiert. „Wir sind der erfolgreichste öffentlich-rechtliche Sender in Europa. Wir sind die Nummer Eins im Fernsehen, im Radio und im Internet bei den nationalen Angeboten“, verkündet Wrabetz stolz. „Wir haben nicht nur den Oscar, sondern auch den Eurovision Song Contest gewonnen.“

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