Ex-IWF-Chef
Neue Anzeige gegen Strauss-Kahn

Strauss-Kahn droht neues Ungemach: Eine französische Journalistin zeigt den ehemaligen IWF-Chef wegen versuchter Vergewaltigung an. Die Affäre könnte auch Auswirkungen auf Präsidentschaftskandidat Hollande haben.
  • 2

ParisDer Vergewaltigungsvorwurf eines afroamerikanischen Zimmermädchens scheint zu bröckeln, doch in der Heimat kocht eine alte Geschichte wieder hoch: Dem ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn droht ein Verfahren wegen versuchter Vergewaltigung einer jungen Schriftstellerin vor acht Jahren. Die heute 32 Jahre alte Tristan Banon habe entsprechende Klage eingereicht, teilte ihr Anwalt der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge am Dienstag mit. 

Strauss-Kahns Anwälte haben für diesen Fall bereits eine Verleumdungsklage angekündigt. Die Staatsanwaltschaft entscheidet nun, ob sie Ermittlungen aufnimmt. Im Fall einer Verurteilung drohten Strauss-Kahn 15 Jahre Haft. 

Der Fall ist seit mehreren Jahren in Frankreich bekannt und wurde in Büchern und einer Fernsehsendung aufgegriffen. Die junge Frau hatte zunächst auf eine Klage verzichtet. Viele hätten ihr damals abgeraten, sich bei einem so mächtigen Mann auf einen Prozess einzulassen, in dem Aussage gegen Aussage stehe, sagte sie in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift „L'Express“. 

Auch der damalige Parteichef und heutige Präsidentschaftskandidat François Hollande sei auf dem Laufenden gewesen, betont Banon. Er sei deswegen mehrfach auf sie zugekommen und habe ihr indirekt sogar geraten, Klage einzureichen. Hollande räumte ein, dass er von den Vorfällen wusste, berichtete AFP. Er bestritt aber, dass er irgendwelche Ratschläge gegeben habe. Banon war damals mit Strauss-Kahns Tochter Camille befreundet, sie ist zudem das Patenkind von Strauss-Kahns zweiter Ehefrau. 

Nach der Schilderung der jungen Frau war es bei einem Interview-Termin mit Strauss-Kahn im Februar 2003 zu sexuellen Übergriffen gekommen. Das Treffen habe in einer Privatwohnung stattgefunden. Er sei ihr an die Wäsche gegangen, sie habe sich am Ende mit Fußtritten gewehrt, berichtet sie. Nach französischem Recht verjährt ein Vergewaltigungsversuch erst nach zehn Jahren, sexuelle Belästigung bereits nach drei Jahren. 

Banon rechnet damit, dass Strauss-Kahns Umgebung nun Druck ausüben wird. „Sie werden versuchen, mich klein zu bekommen, weil ich derzeit wohl der größte Dorn im Fuß für ihn bin“, meinte sie. Nach Einschätzung einer französischen Juristin dürfte es eineinhalb Jahre dauern, bis es möglicherweise zu einem Prozess gegen Strauss-Kahn kommt. Der Fall Banon könnte seine Aussichten auf eine Präsidentschaftskandidatur erheblich gefährden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-IWF-Chef: Neue Anzeige gegen Strauss-Kahn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • That is an insult. Mr.Cohen's time is limited.

  • Es ist noch gar nicht bewiesen, das diese Geschicht stimmt. Wahrscheinlich ist es eine Trittbrettfahrerin die sich jetzt wichtig machen will. Man könnte ja ein bißchen bekannter werden und dadurch vielleicht auch eine Menge Kohle verdienen. Ich bin der Meinung, wer jemanden nach 8 Jahren wegen wegen versuchter Vergewaltigung anHozeigt statt dieses gleich zu machen, bei denen ist Verstand nicht richtg gepolt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%