Experte: Stimmenrekorder nicht gefunden - Staatstrauer in Griechenland
Helios-Flugzeuge bleiben weiter am Boden

Einen Tag nach dem Absturz einer Passagiermaschine bei Athen mit 121 Todesopfern ist die Unglücks-Ursache weiter unklar. Die Flugzeuge der Chartergesellschaft bleiben den zweiten Tag in Folge am Boden. Die Justiz hat Ermittlungen gegen die Fluggesellschaft eingeleitet. Unterdessen wurden weitere Einzelheiten der Katastrophe bekannt.

HB ATHEN. Die zyprische Polizei durchsuchte am Montagabend in einer Razzia die Büros der Fluggesellschaft Helios Airways in Zypern. In den Büros in Nikosia seien Dokumente und andere Beweise gesammelt worden, die für eine strafrechtliche Untersuchung relevant sein könnten, sagte ein zyprischer Regierungssprecher. Wie das griechische Fernsehen MEGA-Channel berichtete, wollten die Beamten sicher stellen, dass keine Daten über den Wartungszustand der Maschinen der Luftlinie abhandenkommen. Die zyprische Nachrichtenagentur CNA berichtete am Montag, dass Journalisten und Reisende angegeben hätten, die Fluggesellschaft habe wiederholt Probleme mit ihren Maschinen gehabt, diese aber trotzdem starten lassen.

Die Fluggesellschaft bestätigte die Anwesenheit von Polizisten in ihren Büros in Nikosia. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte in London, die Polizei habe Kopien von Dokumenten zur Unglücksmaschine gesammelt. Sie widersprach aber, es habe sich um eine Durchsuchung der Büros gehandelt. „Die Polizisten haben einzig deshalb unsere Büros aufgesucht, um Kopien von Dokumenten entgegenzunehmen, die wir in Bezug auf das Flugzeug haben.“ Dies sei unter den gegebenen Umständen eine Standardprozedur. Kopien dieser Dokumente seien auch der zyprischen Zivilluftfahrtbehörde zur Verfügung gestellt worden, die sie bereits am Vortag nach Griechenland weitergeleitet habe. „Wir haben vollständig mit den Behörden zusammengearbeitet“, sagte die Sprecherin.

Auch am Dienstag blieben die Maschinen der Airline weiter am Boden. Nach einem Bericht der staatlichen zyprischen Nachrichtenagentur CNA verhängte die Regierung aber kein Flugverbot gegen die Gesellschaft. Für die geplanten Helios-Flüge sollen gemietete Maschinen anderer Fluggesellschaften genutzt werden, berichtete die Nachrichtenagentur weiter. Bereits am Montag hatte sich eine Besatzung einer Helios-Maschine geweigert zu fliegen. Mehrere Passagiere stornierten ihre Reisen mit Helios.

Der Präsident von Helios Airways, Antónis Drákos, hatte zuvor bestätigt, dass die Maschinen seiner Gesellschaft bereits am Montag nicht geflogen sind. „Die Crews wollten aus psychologischen Gründen nicht fliegen. Wir wollten sie nicht unter Druck setzen“, sagte er zur Begründung.

Die Ermittlungen zur Absturzursache gestalten sich indes nach Expertenansicht schwieriger als erwartet. Der Stimmenrekorder sei immer noch nicht gefunden worden ist, sagte der Vorsitzende der griechischen Zivilluftfahrt-Kontrollbehörde, Akrivos Tsolakis, am Dienstagmorgen im staatlichen griechischen Fernsehen (NET). „Das, was die Rettungskräfte am Montag fanden, war leider nur der Behälter des Stimmenrekorders. Ich bin pessimistisch, dass wir das Gerät noch entdecken.“

Seite 1:

Helios-Flugzeuge bleiben weiter am Boden

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%