Experte: Zahl der Dacheinstürze nicht außergewöhnlich

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Zahl der Dacheinstürze nicht außergewöhnlich

Die Zahl der Dacheinstürze wegen großer Schneelast hat nach Einschätzung von Versicherungsexperten in diesem Winter noch kein außergewöhnliches Ausmaß angenommen. Ein Jahrhundertereignis sei es nicht, nur sei die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit diesmal größer.

HB MÜNCHEN. Auch die Schneefälle der vergangenen Tage und Wochen fielen für sich genommen noch nicht völlig aus dem Rahmen, sagte Olav Bogenrieder, Experte für Elementarversicherungen der Allianz. „Das ist kein Jahrhundertereignis wie das Hochwasser 2002.“ Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sei aber nach dem katastrophalen Einsturz der Eissporthalle von Bad Reichenhall mit 15 Toten und einer Reihe weiterer Einstürze von Gebäuden naturgemäß größer.

Die Allianz versichert das Risiko Schneelast im Rahmen einer erweiterten Naturgefahrenversicherung seit zwölf Jahren. Seither habe es immer wieder Jahre mit einigen Dacheinstürzen gegeben, sagte Bogenrieder. Da lediglich etwa zehn Prozent der Versicherten eine entsprechende Zusatzversicherung hätten, würde die Schadenshöhe selbst bei 100 Fällen in einem Winter lediglich etwa im einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, schätzte der Experte.

In den vergangenen Jahren seien Schäden durch hohen Schneedruck bei der Allianz so gut wie gar nicht ins Gewicht gefallen. Das Unternehmen werde nun auch analysieren, inwieweit Flachdachkonstruktionen von hohem Schneedruck besonders betroffen seien, um daran das Risiko besser abschätzen zu können.

Deutlich höher als das Risiko durch die Schneelast schätzt Bogenrieder die Hochwassergefahr ein. „Wenn es sehr schnell sehr warm wird, wächst die Hochwassergefahr“, sagte Bogenrieder. Nur wenn die Temperaturen langsam ansteigen, könnten die Flüsse das Schmelzwasser aufnehmen. Da die Schneemenge größer sei als in vergangenen Wintern müsse man sich grundsätzlich auch auf größere Auswirkungen einstellen.

„Die Klimaforscher sagen immer wieder, dass wir vermehrte Wetterextreme haben werden, und dass im Sommer und Winter in kürzeren Zeitabständen mehr Niederschlag kommen wird.“ Allerdings könnten die Veränderungen nur anhand ausführlicher Daten und in längeren Zeiträumen ermittelt werden.

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