Explosion in Manhattan
„Der ganze Block hat gewackelt“

Ein Brand im Herzen Manhattans hat zum Einsturz eines Apartmenthauses und über einem Dutzend Verletzten geführt. Das Feuer war in einem Block im East Village ausgebrochen. Ermittlungen deuteten auf eine Gasexplosion hin.
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New YorkNew York (dpa) - Dunkle Rauchwolken steigen über dem Südosten Manhattans auf, laute Sirenen dröhnen durch die Straßenschluchten und die Luft riecht verbrannt: Bei einer schweren Explosion im New Yorker East Village sind am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) mindestens zwölf Menschen verletzt worden, drei davon lebensgefährlich. „Ich wohne gleich nebenan und habe den Knall gehört“, sagte James Cole der Deutschen Presse-Agentur. „Es war nur ein einzelnes „Bumm“. Gas habe ich nicht gerochen, ich dachte auch erst, das sei draußen auf der Straße. Aber der ganze Block hat gewackelt. Und dann kam die Rauchwolke.“

Die Fenster des nahe gelegenen Restaurants, in dem er arbeite, hätten von der Explosion gezittert, erzählt Kellner Vassyl Semy. „Ich hatte Angst, dass sie bersten würden. Mein erster Gedanke war: Gas! Zuerst haben wir nichts gesehen, dann ein bisschen Rauch und schließlich riesige Flammen.“ Zunächst habe alles noch ganz normal ausgesehen, sagt auch der Fahrradkurier Mohammed Erdi. „Dann habe ich den Rauch gesehen. Minuten danach war alles voller Polizei und Feuerwehr.“

Hunderte Feuerwehrmänner und Polizisten, die zum Unglücksort gerast kommen, finden ein Trümmerfeld vor: Die Flammen aus dem explodierten Haus haben auf drei weitere Gebäude übergegriffen, zwei Häuser sind eingestürzt, ein drittes droht zusammenzubrechen. Zwölf Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht, zwei von ihnen haben schwere Verbrennungen, einer ist bewusstlos. Von weiteren Vermissten sei zunächst nichts bekannt, sagt Bürgermeister Bill de Blasio, der ebenfalls zum Unglücksort geeilt ist, bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge kam es wohl bei Arbeiten an Abwasserrohren und Gasleitungen in dem Gebäude zu der Explosion.

In den mehrstöckigen roten Backsteingebäuden, die teils die für New York so typischen eisernen Feuerleitern an der Fassade haben, waren sowohl Wohnungen als auch Geschäfte untergebracht - ein Kiosk, ein Sushi-Restaurant und ein Nagelstudio zum Beispiel. Die Gegend gilt als bei Nachtschwärmern beliebtes Szene-Viertel. Die Gebäude hier gehören zu den ältesten der Millionenmetropole. Vor vielen Jahrzehnten lebten hier auch viele deutsche Einwanderer. An einem der Nachbarhäuser findet sich noch die deutsche Aufschrift: „Freie Bibliothek und Lesehalle“.

Ob ein Gasleck zu der Explosion führte, war zunächst noch nicht klar. Notrufe wegen Gasgeruchs habe es wohl keine gegeben, sagte Bürgermeister de Blasio. „Erste Untersuchungsergebnisse deuten aber darauf hin, dass Gas die Ursache für die Explosion war.“ In den meisten New Yorker Häusern wird mit Gas gekocht - und die oft maroden Leitungen gelten als berüchtigt. Erst vor rund einem Jahr kamen bei einer Gas-Explosion im Stadtteil Harlem - rund 120 Straßenblocks weiter nördlich als die jetzige Explosion - acht Menschen ums Leben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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