Extreme Temperaturen und Sonnenschein halten sich über Wochenende hinaus
Neuer Hitzerekord in Deutschland: 40,8 Grad

Die Hitze bricht alle Rekorde: Der Wetterdienst Meteomedia maß am Freitag mit 40,8 Grad in Perl-Nennig im Saarland einen neuen Spitzenwert für Deutschland. Nun werde die Station abgebaut und der Wert in einer „gängigen und aufwendigen“ Untersuchung überprüft, sagte der Meteorologe Jörg Kachelmann.

HB/dpa HAMBURG. Nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach gab es dagegen keinen neuen Rekord. Laut DWD war Karlsruhe mit 39,1 Grad der heißeste Ort in Deutschland. Wieso Meteomedia im Saarland einen deutlich höheren Wert gemessen habe, könne sie nicht sagen, sagte Diplom-Meteorologin Marilott Grosch am Abend. Der Wetterdienst orientiere sich an den strikten Richtlinien der WMO (World Meteorological Organization). Danach darf zum Beispiel die Wetterhütte nicht auf Asphalt stehen.

Fest steht schon jetzt: Die Nacht zum Freitag war die heißeste Nacht in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An mehreren Stationen seien die Tiefst-Temperaturen so hoch gewesen wie nie zuvor, berichtete Meteorologe Norbert Bonanati vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Nach Meteomedia-Angaben wurden am Freitag in vier Orten tagsüber über 40 Grad registriert. Die bisherige Spitzentemperatur von 40,2 Grad war am 27. Juli 1983 im bayerischen Gärmersdorf gemessen worden. Auch damals wurde der Wert in einem wochenlangen Verfahren kontrolliert, sagte der Meteorologe. Gärmersdorf hielt schon zuvor und insgesamt 111 Jahre den Hitzerekord.

Im Weingebiet an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) registrierte der Wetterdienst mit 26,7 Grad in der Nacht das höchste Minimum seit Beginn seiner Messungen. Bisheriger Rekordhalter war Freiburg mit 26,0 Grad am 5. Juli 1957.

Der ideale Standort für eine Wetterstation ist nach Angaben von Wetterexperten eine große, unbebaute Grünfläche. „Dort lassen sich am besten zuverlässige Messwerte erhalten“, sagte Meteorologe Thomas Dümmel von der Freien Universität in Berlin am Freitag in einem dpa-Gespräch. Die Werte dürften nicht von der Umgebung beeinflusst werden. Daher sei vor allem ein naturbelassener Untergrund, zum Beispiel eine Wiese, wichtig. Asphaltierte Straßen oder Häuser dagegen strahlten von unten Wärme ab.

„Bei 40 Grad denkt man irgendwie an Wüste“, sagte Meteorologe Thomas Schmidt vom DWD. Verbreitet 40 Grad fänden sich derzeit in Marokko, Äthiopien, Ägypten oder Saudi-Arabien. Die Fachleute sprechen ab 25 Grad von einem Sommer- und ab 30 Grad von einem heißen Tag. „Bei 40 Grad gehen uns die Worte aus. Eigentlich haben wir schon ab 35 Grad keine mehr.“

Die extremen Temperaturen und der Sonnenschein halten sich über das Wochenende hinaus. Unklar ist noch, ob es sich von Mitte nächster Woche an ganz allmählich oder rascher abkühlt, wie Schmidt sagt. „Die Möglichkeit, dass das hochsommerliche Wetter anhält, besteht aber durchaus.“

Am Samstag gibt es nur vereinzelt Hitzegewitter. Meist gehört der Himmel der Sonne ganz allein, nur gelegentlich ziehen ein paar Wölkchen vorüber. Die Temperaturen klettern zumindest auf Höchstwerte bis 38 Grad. Urlauber am Meer haben bei angenehmen 28 bis 33 Grad und Wassertemperaturen um 20 Grad optimales Ferienwetter. In westlichen und südlichen Gebirgslagen sind auch am Sonntag vereinzelt Hitzegewitter möglich. In der ersten Wochenhälfte steigt das Gewitterrisiko überall etwas.

Angesichts der zahlreichen Wald- und Flächenbrände in Deutschland haben die Feuerwehren um hohe Wachsamkeit und Vorsicht in Wäldern und auf Feldern und Grasflächen gebeten. Besonders das absolute Verbot von offenen Feuer und Rauchen in Wäldern müsse beachtet werden, erklärte der Deutsche Feuerwehrverband in Berlin. Allerhöchste Vorsicht beim Grillen und bei Lagerfeuern auch außerhalb von Wäldern und Feldern sei geboten. Vielerorts herrscht extreme Waldbrandgefahr.

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