Fabriken geschlossen
Die Fluten treffen Thailands Industrie schwer

Die Situation ist wieder einigermaßen unter Kontrolle, doch Thailands Wirtschaft ist schwer getroffen von den Wassermassen, die seit Tagen ganze Landstriche überfluten. Auch ausländische Konzerne mussten reagieren.
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BangkokObwohl das Hochwasser am Wochenende weitere Gewerbeparks überschwemmte und ein großes Industriegebiet nahe der Hauptstadt bedrohte, blieb die Hauptstadt Thailands selbst noch weitgehend verschont. „Die Maßnahmen der Regierung greifen“, sagte ein Sprecher des Krisenzentrums am Sonntag. Ausgehend vom aktuellen Wasserstand sei es ziemlich sicher, dass die Metropole nicht überflutet werde.

Das durch schwere Regenfälle verursachte Hochwasser hat vor allem in Norden Thailands weite Gebiete überflutet. Ein Drittel des Landes wurde seit Juli überschwemmt. Fast 300 Menschen starben in Folge der Flut. Die materiellen Schäden werden bislang auf etwa drei Milliarden Dollar geschätzt.

In der Provinz Ayutthaya versank am Samstag das Gewerbegebiet Bang Pa-In in den Wassermassen. Ein weiteres mit dem Namen Factory Land wurde am Sonntag überschwemmt. Dort gibt es 93 Fabriken mit etwa 8500 Angestellten. „Das Wasser kam gegen Mitternacht“, sagte Prayoon Tingthong, der in der Provinzverwaltung für die Industrie zuständig ist. Die Rettungskräfte hätten zuvor alle Leute aus dem Gebiet in Sicherheit gebracht.

Die meisten Firmen in den thailändischen Gewerbegebieten fertigen Zulieferteile für die Autoindustrie und elektronische Bauteile. Ihre Ausfall könnte daher jenen Herstellern Probleme bereiten, die Thailand aus regionale Fertigungszentrum nutzen.

So hat der japanische Autohersteller Honda Motor sein Werk in Ayutthaya bis voraussichtlich 21. Oktober geschlossen. Das Werk erwirtschaftet 4,7 Prozent der weltweiten Honda-Produktion.

Mit Sorge schauen die Behörden daher auf das steigende Wasser vor dem Industriegebiet Nava Nakorn in der Provinz Pathum nördlich von Bangkok. Dort gibt es mehr als 200 Fabriken. Presseberichten zufolge versuchen 600 Soldaten rund um die Uhr, die Deiche vor Nava Nakorn zu sichern. Das Fernsehen berichtete, das Wasser stehe nur noch zehn Zentimeter unterhalb der Deichkrone.

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