Facebook-Chefin Sheryl Sandberg : Mit Liebe gegen den Hass

Facebook-Chefin Sheryl Sandberg
Mit Liebe gegen den Hass

Extremismus und Rassismus im Internet bekämpfen, das will Facebook mit seiner „Initiative für Online-Zivilcourage“. Das Projekt wurde in Berlin vorgestellt – von Top-Managerin Sheryl Sandberg höchstpersönlich.

BerlinDass sie da ist, ist ein Zeichen: In einem schicken Hotel sitzt Sheryl Sandberg  auf einem kleinen Podium. Auf der weißen Tafel im Hintergrund ist das Hashtag #Zivilcourage zu lesen. Davor Sandberg, Chief Operating Officer von Facebook, die Beine übereinander geschlagen, den Blick nach vorne gerichtet. Vor ausgewählten Journalisten stellt die operative Geschäftsführerin Facebooks neue Europa-Initiative gegen Online-Hass vor, erzählt von der heilsamen Wirksamkeit der so genannten „Counter Speech“ und betont, Facebook sei kein Ort für die Verbreitung von Hassreden.

Für den Termin wurde Sandberg extra nach Berlin eingeflogen. Facebook, das weltweit größte soziale Netzwerk mit 1,5 Milliarden Nutzern, will damit vor allem eins zeigen: Wir haben die Deutschen verstanden; wir tun etwas gegen Hass im Internet – und zwar mit dem Segen von ganz oben.

Tatsächlich wird das Unternehmen in Deutschland, wo 27 Millionen Menschen regelmäßig bei Facebook online sind, seit Monaten kritisiert. Denn manchmal bleiben Postings, aus denen der Hass gegen Flüchtlinge, Andersdenkende und sogenannte „Gutmenschen“ nur so tropft, tagelang online, obwohl sie Facebook bekannt sind.  

Neben Justizminister Heiko Maas hatte sich deswegen sogar Angela Merkel in die Debatte eingeschaltet. Wohl auch um einen drohenden Imageschaden abzuwenden, stimmte der US-amerikanische Online-Gigant, für den die Freiheit der Rede traditionell ein hohes Gut ist, daraufhin der Bildung einer „Taskforce“ zu. Die Einsatztruppe, zu der auch Vertreter von YouTube und Twitter gehören, soll konkrete Vorschläge zum Umgang mit Hasstiraden erarbeiten.

Richtig viel kam dabei bisher nicht heraus, aber immerhin: Rechtswidrige Kommentare sollen künftig innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden, wie Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz, bestätigt. Weitere Ergebnisse werden zwar erst im Sommer präsentiert, fest steht aber jetzt schon, dass Facebook in Berlin ein neues Team aufbauen will, das fragliche Inhalte aufspürt und (schneller) löscht.

Das soziale Netzwerk geht damit einen weiteren Schritt auf seine Kritiker zu. Denn bisher waren Mitarbeiter in Facebooks Europazentrale in Dublin für Sichtung und gegebenenfalls Löschung gemeldeter Kommentare zuständig. Jetzt setzt das Unternehmen auf die Bertelsmann-Tochter Arvato, die in der deutschen Hauptstadt über hundert Online-Moderatoren für die neue Aufgabe zur Verfügung stellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%