Facebook und Twitter: Stammplatz für den „Steakholder“?

Facebook und Twitter
Stammplatz für den „Steakholder“?

Die CDU favorisiert das Schweinefleisch und Frauke Petry schießt ein Eigentor. Volker Beck schießt sogar mehrere und eine Droge wird wieder aktuell – was die User in den sozialen Medien in dieser Woche bewegte.

DüsseldorfDie CDU hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun: Die Flüchtlingskrise spitzt sich immer weiter zu, die Mitglieder der Europäischen Union übertreffen sich in ihrer Bockigkeit und innenpolitisch erstarken die rechten Kräfte von Woche zu Woche. Daher ist es allerhöchste Eisenbahn, sich mal um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern: das Kantinenessen.

Die CDU in Schleswig-Holstein nämlich hat diese Woche mit einem Vorschlag für Aufsehen gesorgt, der ein verpflichtendes Angebot von Schweinefleisch in öffentlichen Kantinen vorsieht. Die CDU hält es für falsch, dass in immer mehr Kantinen in Deutschland das Schweinefleisch aus Gründen der Rücksichtnahme von der Agenda fällt. CDU-Fraktionschef Daniel Günther sagt: „Wir setzen auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Dazu gehört in unserer Kultur auch der Verzehr von Schweinefleisch.“

Die Meinungen über das Für und Wider einer solchen Pflicht gehen weit auseinander – in der Politik und in den sozialen Medien. Mehrere Politiker kritisierten den Vorstoß via Twitter, darunter FDP-Chef Christian Lindner, der öffentlich für Freiheit und Selbstbestimmung bei der Essensauswahl polterte.

Lindner war stets darum bemüht, gefühlt jeden Tweet zu teilen, der seine Meinung irgendwie stützte. So griff letztlich ein Rad ins andere: Die #Schweinefleischpflicht führte zur Wochenmitte die Trending Topics an. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis sich die Kreativsten unter den Kreativen in ihrer Leidenschaft übertrafen. Der „Steakholder“ ist übrigens unser Favorit.

Voller Tatendrang war auch Frauke Petry: Bei Twitter wollte sich die AfD-Bundesvorsitzende ein umfassendes Stimmungsbild verschaffen und fragte, ob Deutschland seine Grenze abriegeln solle. Rund 80 Prozent der knapp 7000 Teilnehmer sprachen sich klar für „Nein“ aus. So dürfte ein klassisches Eigentor aussehen.

Auch Erika Steinbach (CDU) war am vergangenen Wochenende sehr aktiv in den sozialen Netzwerken. Ein von ihr geteiltes Bild, das eine vermeintliche Entwicklung im Jahr 2030 zeigt, sorgte einmal mehr für herzhafte Diskussionen.

Auch hier prasselte reichlich Kritik auf die CDU-Politikerin ein, die mit ihrem Bild sowohl bei Twitter als auch auf Facebook eine mehr oder weniger stilvolle Diskussion anregte. Auch parteiintern – etwa von CDU-Generalsekretär Peter Tauber – gab es Kritik. Steinbach jedoch gab sich gewohnt schlagfertig, antwortete ebenfalls via Twitter und zog damit die Aufmerksamkeit auf ihren Post, die sie ursprünglich auch hatte erreichen wollen.

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