Fähre in Tropenstrum gekentert: Nach Fährunglück in Bangladesch 200 Tote befürchtet

Fähre in Tropenstrum gekentert
Nach Fährunglück in Bangladesch 200 Tote befürchtet

Einen Tag nach einem schweren Fährunglück in Bangladesch könnte sich die Zahl der Toten auf rund 200 erhöht haben. Die Rettungskräfte hätten mittlerweile 118 Leichen geborgen, teilten Polizei und Behörden am Montag mit. Mehr als 80 Menschen würden allerdings noch vermisst.

HB DHAKA. Es werde befürchtet, dass sie ertrunken seien. Zwei Rettungsboote hoben die am Samstagabend gekenterte Fähre an und verankerten sie näher am Ufer. Taucher hätten die Fähre durchsucht, die Rettung sei damit formal abgeschlossen, sagte ein Mitarbeiter der Rettungskräfte. Einige Leichen seien möglicherweise durch die starke Strömung davon getragen worden. Nur wenige Menschen hatten das Unglück überlebt.

Die Fähre „M.V. Maharaj“ hatte nach Schätzung der Behörden rund 200 Passagiere an Bord, als sie in einem Tropensturm auf dem Buriganga-Fluss in der Nähe der Hauptstadt Dhaka kenterte. Die konkrete Zahl der Opfer wird vermutlich nie bekannt werden, da bengalische Fährgesellschaften ihre Boote oft überladen und selten Passagier-Listen führen.

Hunderte Trauernde warteten auch am Montag in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen von Verwandten am Ufer des Flusses. „Allah hat mir meine Tochter und meine Frau genommen. Warum hat er mich auf der Erde gelassen, um ihren Verlust zu beweinen“, klagte Mohammad Shahjahan unter Tränen. Schluchzende Männer, Frauen und Kinder schlugen sich in ihrem Schmerz gegen die Brust. Viele Passagiere an Bord waren auf dem Rückweg von den Feiern zum islamischen Aschura-Fest. In Bangladesch sterben bei Fährunglücken jedes Jahr Hunderte Menschen, weil die Boote nur selten Rettungsmittel an Bord haben.

Das Unglück hatte sich am Sonntag während eines tropischen Sturms auf dem Fluss Buriganga 15 Kilometer östlich der Hauptstadt Dhaka ereignet. Die Rettungsarbeiten wurden von heftigen Winden, starken Strömungen und Mangel an schwerem Gerät behindert. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die meisten der Vermissten im Inneren der gesunkenen Fähre gefangen seien. Die Fähre „Maharaj“ war den Angaben zufolge in die Stadt Matlab im Osten des Landes unterwegs. Von dort stammten auch die meisten Passagiere.

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