Fährunfall auf Amrum
Zwei Passagiere schweben in Lebensgefahr

Mindestens 27 Verletzte, zwei davon in Lebensgefahr – das ist die Bilanz nach einem Fährschiff-Unfall im Hafen der Insel Amrum. Das Schiff hatte beim Anlegen die Hafenmauer gerammt. An Bord waren auch Schulklassen.
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WittdünPassagiere werden über das Deck geschleudert, Taschen und Koffer fliegen durch die Luft - so schildern Zeugen das dramatische Ende einer Schifffahrt im Wattenmeer am Mittwoch vor Schleswig-Holstein. Der Kapitän konnte das Schiff „Adler-Express“ im Hafen von Amrum nicht mehr stoppen und rammt den Anleger. „Es war Chaos, viele Verletzte, man lag übereinander“, sagt der Augenzeuge Hans-Peter Prings.

Mindestens 27 Menschen sind bei der Havarie im Hafen der nordfriesischen Insel verletzt worden, sechs von ihnen schwer. Bei zwei Verletzten bestehe Lebensgefahr, sagt der Husumer Polizeisprecher Wolfgang Boe. Zunächst hieß es, drei schwebten in Lebensgefahr. An Bord waren 233 Passagiere.

Die knapp 42 Meter lange „Adler-Express“ kam vom Hafen Strucklahnungshörn auf Nordstrand und sollte über Amrum weiter fahren nach Hörnum auf Sylt. Nach Aussagen eines Zeugen stockte der Motor bei der Einfahrt in den Hafen, bevor er laut Zeugen ganz verstummte. Das Schiff rammte „mit ziemlicher Wucht“ den Anleger. Nach der Havarie konnte man jedoch sehen, dass die Maschinen die Schiffsschrauben im Heckbereich drehten und das Wasser quirlten, sagt ein Augenzeuge.

Was wirklich passiert war, müssen jetzt Experten an Bord des Schiffes klären, sagt Boe. Der Kapitän habe beim Anlegemanöver im Hafen von Wittdün festgestellt, dass das Schiff nicht auf die Steuerbefehle reagiert. Die „Adler-Express“ sei mit einer Geschwindigkeit von rund acht Knoten (rund 15 km/h) gegen die Pier geprallt, erklärt der Husumer Polizeisprecher.

Ein Passagier, der das Anlegemanöver von weit vorne im Bugbereich aus beobachten wollte, berichtet, dass der Kapitän kurz vor dem Unglück über Lautsprecher gewarnt hatte. „Er rief noch: "Festhalten! Festhalten!" - dann war es auch schon passiert“, sagt Hans-Peter Pringser. Viele hatten bereits ihre Sitzplätze verlassen. Sie standen mit ihrem Gepäck an Deck und warteten darauf, aussteigen zu können.

Für die Helfer gibt es Großalarm. Sie sind anfangs mit sieben Rettungshubschraubern, einem Seenotrettungskreuzer sowie mehreren Notärzten und Rettungswagen vor Ort. Unterstützung gibt es von Kräften der Bundespolizei und der Bundeswehr. Die Schwerverletzten werden unverzüglich in verschiedene Krankenhäusern auf dem Festland gebracht.

Zurück blieben geschockte Passagiere. Die Reederei verspricht: Wer sich nicht auf eigene Faust ein Ersatz-Schiff für die Weiterfahrt suchen könne, werde von einem anderen Adler-Schiff zurück nach Nordstrand gebracht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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