Fahndungserfolg
Mord im China-Restaurant aufgeklärt

Der siebenfache Mord in einem China-Restaurant im niedersächsischen Sittensen ist weitgehend aufgeklärt.

HB HAMBURG. Gegen die vier verhafteten Männer vietnamesischer Herkunft lägen erdrückende Indizien vor, sagte der Direktor des niedersächsischen Landeskriminalamts, Uwe Kolmey, dem „Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Samstag. Vor wenigen Tagen fand die Polizei demnach die mutmaßliche Tatwaffe, eine Pistole mit Schalldämpfer, in einer Grünanlage in Bremen-Huchting.

Die Täter hatten laut LKA in der Nacht zum 5. Februar dieses Jahres einen bewaffneten Raubüberfall auf das China-Restaurant „Lin Yue“ verübt. Es wurden Notebooks, Handys und Bargeld geraubt. Im Auto der zwei nur Stunden nach dem Verbrechen festgenommenen Vietnamesen aus Bremen im Alter von 31 und 33 Jahren wurden einige tausend Euro Bargeld gefunden, wie das LKA am Samstag mitteilte. Das Inhaber-Ehepaar sowie fünf Mitarbeiter wurden erschossen. Einige der vier Männer und drei Frauen im Alter zwischen 28 und 57 Jahren wurden gefesselt und mit Kopfschüssen getötet. Die Mörder verschonten nur die zweijährige Tochter der Inhaber.

Der Leiter der Sonderkommission „Lin Yue“, Andreas Tschirner, berichtete, ein am Tatort verwendeter Kabelbinder weise identische Produktionsmerkmale zu einem Kabelbinder auf, der in der Wohnung eines der Inhaftierten gefunden wurde. Der dritte Verdächtige, ein 29-jähriger Vietnamese, war im Mai in Bremerhaven festgenommen werden. Anfang Juni schließlich folgte die Festnahme des 40-jährigen Bruders des bereits kurz nach der Tat verhafteten 31-jährigen Vietnamesen aus Bremen.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen die beiden zuerst Festgenommenen Anklage wegen siebenfachen Mordes und schweren Raubes erhoben. Der Prozess soll Mitte Juli vor dem Landgericht Stade stattfinden. Das LKA berichtete, ein Großteil der über 1 000 Spuren sei abgearbeitet, die kriminalwissenschaftlichen Untersuchungen der über 4 000 Asservate dauere noch an. Von der Auswertung der im Landeskriminalamt Niedersachsen und beim Bundeskriminalamt durchgeführten Arbeiten erhoffe sich die SoKo weitere Erkenntnisse. „Über die bereits vorliegenden Gutachten zur DNA-. Faser- und Schmauchspuren konnte der Tatverdacht bei den bislang Inhaftierten erhärtet werden“, sagte Tschirner.

Der Direktor des LKA, Uwe Kolmey, erklärte: „Die schnelle Festnahme der ersten beiden Tatverdächtigen, akribische kriminalistische Ermittlungen und die erfolgreichen kriminaltechnischen Untersuchungen machten es möglich, dieses in Niedersachsen bisher einmalige brutale Verbrechen so weit aufzuklären.“

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