Fahrer vermutlich eingeschlafen
Deutsche bei schwerem Busunglück an der belgisch-französischen Grenze getötet

An der belgisch-französischen Grenze ist ein deutscher Reisebus nach einem Unfall ausgebrannt. Laut Polizei kamen mindestens elf Menschen ums Leben, mehrere von ihnen sind Deutsche.

HB BERLIN. Bei einem schweren Unfall eines deutschen Reisebusses am belgisch-französischen Grenzübergang Hensies sind am Samstagmorgen 11 Menschen getötet und 36 zumeist leicht verletzt worden. Das teilten die belgischen Behörden mit.

Mehrere Opfer seien Deutsche, sagte der Bürgermeister des Ortes Hensies, Eric Thibaut, laut der Nachrichtenagentur AP. Auch ein Bosnier, ein Türke, ein Kroate, ein Amerikaner und mehrere in Deutschland lebende Mongolen seien ums Leben gekommen. Die meisten Toten waren demnach im Alter zwischen 20 und 25 Jahren.

Unter den Opfern ist auch der 48-jährige Busfahrer, der offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hatte. Vermutlich sei der Mann am Steuer eingeschlafen, berichtet der Sender n-tv. Die genaue Unfallursache werde noch untersucht.

Das Unglück ereignete sich gegen 5.30 Uhr etwa 60 Kilometer südwestlich von Brüssel. Den Angaben zufolge kam der Bus an dem Grenzübergang auf der Autobahn Brüssel-Paris von der Fahrbahn ab und raste gegen einen Betonpfeiler. Daraufhin sei er in Flammen aufgegangen und völlig ausgebrannt. Vermutlich waren 49 Menschen an Bord.

Augenzeugen zufolge sei der Bus im Zick-Zack-Kurs auf den Markierungspfeiler zugefahren, berichtete n-tv. Der zweite Fahrer habe eine noch größere Katastrophe verhindern können, hieß es. Nach bisherigen Ermittlungen öffnete er die Türen und half den Fahrgästen, den Bus rasch zu verlassen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur ddp stammten die Passagiere aus den Regionen München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Köln. Sie wollten übers Wochenende eine Adventsreise nach Paris unternehmen.

Der Bus vom Typ Neoplan Cityliner gehörte dem Unternehmen Polster Reisen aus dem bayerischen Gößweinstein. Das Fahrzeug sei «technisch neuwertig» gewesen, sagte Firmenchef Rainer Polster der Nachrichtenagentur AFP. Veranstalter der Reise war der Hamburger Unternehmer Rainbow Tours, für den Polster als Subunternehmer tätig ist. Er sagte, die beiden Fahrer hätten große Erfahrung gehabt.

Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Er wird am Nachmittag am Unglücksort erwartet, um sich ein Bild der Lage zu machen. So weit es gehe wolle er auch mit Verletzten sprechen.

Die Lösch- und Aufraumarbeiten dauerten bis in den Vormittag hinein an, der Grenzverkehr wurde umgeleitet.

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