Falkensteins Weinprobe
Starkes Gefühl, guter Wein

Von allen Weinbaugebieten längs der Donau ist der Wagram das am wenigsten bekannte. Dabei war 1673 in der „Anzeigung von dem niederösterreichischen Wein-Gebürg“ nachzulesen, dass die Weine von dort denen aus der Wachau überlegen seien.

Lang ist’s her. Wohl versuchen die Wagram-Winzer tapfer, mit einer „Selection“ auf sich aufmerksam zu machen, gegen ihre Kollegen stromaufwärts im Kamptal, in Krems oder gar in der Wachau kommen sie aber nur schwer an. Auch wenn etliche junge Erzeuger den Aschenputtel-Ruf abschütteln und mit gelungenen Weinen verblüffen.

Zu ihnen zählt Josef Ehmoser aus Großweikersdorf. Obwohl der 31-Jährige (Fünftagebart, Wolfsaugen und ein ebensolches Lächeln) aus einer alten Winzerfamilie stammt, hat er sich sein Können weitgehend selbst beigebracht. Die Winzerschule in Krems brachte er lustlos hinter sich. „Da lerne ich aus der Natur viel mehr“, brummt er.

Ehmoser reiste zu den berühmtesten Reblanden der Welt. Nach seiner Rückkehr begehrte er von den Eltern die Übernahme des Gutes. Er hielt dem Vater vor, dass die damals angebotenen Literweine keine Zukunft hätten, und setzte sich durch. Nicht ohne Reibungen, aber: „Am Ende haben wir immer weitergeredet.“

Ehmoser setzt auf ein „sehr starkes Gefühl“ in sich und liegt damit richtig. Mit seinen Weinen heimst er ständig Auszeichnungen ein.

Seine Passion ist der Grüne Veltliner, aber auch beim Rotwein redet er mit. Stolz ist er auf seinen „Primissimo“, eine Mischung aus Zweigelt und etwas St. Laurent, beides fruchtbetonte Sorten.

Der Wein verwöhnt mit reichen Aromen von Schwarzkirsche und Cassis, schmeckt rund und saftig, wunderbar weich und warm. Vom gebrauchten Barrique schwingt ein Hauch Holz mit.

In der nahen Au-Landschaft an der Donau tummeln sich Wildschweine. Das eine oder andere landet in der Küche von Josef Floh, der in Langenlebarn einen Landgasthof betreibt – und rät: Ein Stück aus der Keule mit grob geschnittenen Möhren, Sellerie und Zwiebeln anbraten, mit einem Drittelliter Bouillon und einer halben Flasche Rotwein ablöschen und eine knappe Stunde garen. Die Sauce hernach im Mixer pürieren.

Dazu gibt es eine Polenta, die mit Milch, Butter und geschlagener Sahne aufquillt, und Roma-Salat, mit fein gewiegten Schalotten in gutem Olivenöl angeschmort und mit Balsamico abgelöscht.

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