Fall Oscar Pistorius : Medien bedrängen Zeugen vor Prozessauftakt

Fall Oscar Pistorius
Medien bedrängen Zeugen vor Prozessauftakt

Alle wollen sie dabei sein, wenn am Montag der Mordprozess gegen den Paralympics-Star Oscar Pistorius beginnt. Ein eigener TV-Kanal nimmt die Arbeit auf, derweil fühlen sich Zeugen durch ausländische Medien bedrängt.
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PretoriaKurz vor Beginn des spektakulären Mordprozesses gegen den Paralympics-Star Oscar Pistorius an diesem Montag hat der Medienrummel mit voller Wucht begonnen. Der südafrikanische Kabelanbieter Multi-Choice nahm am Sonntag auf einem eigens geschaffenen Pistorius-Kanal seine Berichterstattung rund um die Uhr auf. Mehrere Fernseh- und Radiostationen wollten ab Montag live aus dem Gerichtssaal in Pretoria übertragen.

Das Oberste Gericht der Provinz Gauteng hatte dem trotz der Einwände von Pistorius zugestimmt. Es ist das erste Mal in der Geschichte Südafrikas, dass ein solcher Prozess live übertragen wird. Etwa 300 Journalisten aus aller Welt haben sich angekündigt. Aus den USA und Großbritannien sind mehr als ein Dutzend Medien vertreten, zahlreiche Reporter kommen auch aus Deutschland, Frankreich oder Japan.

Journalisten ausländischer Medien haben der „Sunday Times“ zufolge Zeugen im Pistorius-Prozess drangsaliert. Reporter hätten versucht, im Kreis von Angehörigen und Freunden der Zeugen „schmutzige Wäsche“ auszugraben, zitierte die Zeitung einen Polizeioffizier. Mehrere Zeugen der Anklage, unter ihnen Polizisten, haben sich demnach über solche Belästigungen bei der Staatsanwaltschaft beschwert.

Der behinderte Sportstar hatte in der Nacht zum 14. Februar 2013 seine Freundin, das Model Reeva Steenkamp, in seiner Wohnung durch eine verschlossene Badezimmertür erschossen. Der 27-Jährige sagt, er habe einen Einbrecher in der Wohnung vermutet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gezielten Mord an der 29-Jährigen vor. Seit Ende Februar 2013 ist Pistorius gegen Kaution in Freiheit.

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Pistorius stellt sich als Opfer dar

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