Falschaussage und Irreführung der Behörden
Michael Jackson droht noch ein Prozess

Muss Michael Jackson wieder vor Gericht? Neben dem Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs droht ihm jetzt ein weiterer Prozess - wegen Falschaussage. Jackson hatte behauptet, er sei bei seiner Haft im vergangenen Jahr misshandelt worden.

HB LOS ANGELES. Jackson war am 20. November vergangenen Jahres kurzzeitig wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in Haft. Einen Monat später behauptete Jackson in einem Aufsehen erregenden Interview des TV-Senders CBS, ihm sei nach seiner Verhaftung von Polizisten ein Arm ausgekugelt worden. Er habe zudem einen Bluterguss in einem Unterarm erlitten. Außerdem hätten die Polizisten ihn auf einer mit Fäkalien übersäten Toilette eingesperrt und dort übel beschimpft.

Nichts von dem sei wahr, betonte der für den Fall zuständige Sheriff von Santa Barbara, Jim Anderson. Eine Untersuchung habe „eine ganz klare Ehrenrettung“ für die Beamten ergeben, die an der Verhaftung Jacksons beteiligt waren und später von beschuldigt wurden.

Insgesamt seien 163 Zeugen befragt und mehr als 2 500 Stunden Ermittlungsarbeit geleistet worden, um den Anschuldigungen nachzugehen. Die Staatsanwaltschaft von Kalifornien prüft nun, ob rechtliche Schritte gegen den Musiker eingeleitet werden sollen.

Jacksons neuer Verteidiger Thomas Mesereau Jr. hatte in der vergangenen Woche vergeblich gebeten, die Interviewäußerungen seines Mandaten nicht als formale Beschwerde gegen die Polizei anzusehen. Sheriff Anderson hatte bereits einen Tag nach der CBS-Sendung erklärt, die von Jackson vor nahezu 19 Mill. Zuschauern erhobenen Vorwürfe seien nicht nur ehrenrührig, sondern seien zugleich eine öffentlich vorgetragene amtliche Beschwerde.

Anderson hatte daraufhin Ermittlungen gegen sich und seine Polizisten-Kollegen bei der Staatsanwaltschaft beantragt, deren Ergebnis nun vorliegt. Bereits damals hatte die Rechtsprofessorin und frühere Staatsanwältin Wendy Murphy erklärt, Jackson habe „verrückte Lügen“ aufgetischt, die seine Glaubwürdigkeit untergraben. „Lüge Nummer eins“ sei Jacksons Behauptung gewesen, 45 Minuten in einer Toilette eingesperrt worden zu sein. Der gesamte Vorgang der Festnahme und Freilassung Jacksons gegen Kaution von 3 Millionen Dollar habe kürzer gedauert. Alles sei so verlaufen, wie es zuvor mit Jacksons Anwälten vereinbart wurde.

Fernsehaufnahmen zeigten zudem, wie Jackson nach seiner Freilassung mit beiden Armen Schaulustigen zujubelte. Mit einem ausgekugelten Arm wäre das kaum möglich gewesen, sagte Murphy.

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